
Am Sonntag Morgen standen die Preisträger des diesjährigen Piolets d’Or, des “goldenen Eispickels”, bereits fest. Am Fuße des Mont Blanc in Cormayeur und Chamonix ging das 17te Festival zur Vergabe des wohl wichtigsten Preises für alpinistische Leistungen über die Bühne. Den Eispickel müssen sich heuer drei Expeditionen teilen, denn gewonnen haben zwei japanische und eine Schweizer Expedition: Neuer Wege durch die Nordseite des Kalanke (6931m, Indien) durch Umitaka Ichimura, Yusuke Sato, Kazuki Amano – Japan; Erstdurchsteigung der Südostseite des Kamet (7756m, Indien) durch Kazuya Hiraide und Kei Taniguchi – Japan; Erste Besteigung der Nordseite des Tengkampoche (6500m, Nepal) durch Ueli Steck und Simon Anthamatten – Schweiz
Der Piolets d’Or Carrière für sein Lebenswerk ging an den Italiener Walter Bonatti. Wir gratulieren.
Horst Höfler hat im September ein weiteres Stück Alpingeschichte in einer etwas ungewöhnlichen Form veröffentlicht. Sonst für Bio- und Bergsmonographien bekannt, wird im aktuellen Buch auf die erfolgreichsten Seilschaften des Alpinismus Bezug genommen. Eine schöne und reich bebilderte Übersicht über die herausragendsten Bergsteigerinnen und Bergsteiger im Alpenraum vom Beginn des Bergsteigens bis heute. Die Seilschaften wurden sorgfältig ausgewählt und die Texte werden Teils mit Originalzitaten ergänzt. Am Schluss der Kapitel bietet ein schmaler Infokasten Überblick über die größten Erfolge und Touren der Seilschaft. Ein schönes Dokument mit bekannten Namen aus der Bergsteigerzunft gibt kleine Einblicke in die Biographien berühmter und teils vergessener Alpinisten wie zB.: Whymper/Carrel, Gebrüder Zsigmondy/Purtscheller, Herzog/Haber, Buhl/Vigl, Schubert/Werner, Kaltenbrunner/Dujmovits.
“Dream Teams – Die erfolgreichsten Seilschaften des Alpinismus” von Horst Höfler ist 2008 im Bruckmann Verlag (München) erschienen und im gut sortierten Buchhandel erhältlich: 29,95 Eur [D] / 30,80 Eur [A]. ISBN: 978-3-7654-4496-8, 144 Seiten, 1. Aufl. 2008
Ein 384 Seiten starkes Stück Alpingeschichte ist im September im Verlag von Kurt Schall erschienen. Eher unüblich im Vergleich zu bisherigen Erscheinungen im Verlag, wird äußerst souverän neues Terrain betreten. Die Herausgeberschaft und Autoren - keine unbekannte Dame und keine unbekannten Herren - haben akribisch genau die Erschließungsgeschichte der, wie es im Untertitel heißt, “Universität des Bergsteigens” festgehalten. Das schön aufgemachte und mit zahlreichen Bildern bestückte Werk bedient sich inhaltlich hauptsächlich den Biographien der wichtigsten, um nicht zu sagen aller einwirkenden, Akteurinnen und Akteure. In mehreren Kapiteln werden die Entdecker, Erschließer, Eroberer usw. chronologisch abgehandelt. Von Adolf Noßberger bis Christian Stangl und von Fritz Kasparek bis Karl Prusik wird den bedeutendsten Gesäuse-Erschließern Der eine oder andere Name welcher vorab vielleicht bekannt war, fügt sich bei der Lektüre in die komplette Erschließungsgeschichte ein. Auf eine straffe Chronologisierung der Besteigungen und Leistungen wurde bei den einzelnen Artikel glücklicherweise verzichtet. Anekdoten und Abrisse aus erlebten Situationen werden dem Leser geboten, ergänzt durch zahlreiche Tabellen. Somit ein kurzweiliges Buch, welches nicht nur Einblicke in die Erschließung, sondern auch Einblicke in das Leben der Erschließer selbst bietet.
“Gesäuse-Pioniere, Alpingeschichte aus der Universität des Bergsteigens” von Josef Hasitschka, Ernst Kren und Adolf Mokrejs ist 2008 im Schall-Verlag (Alland) erschienen und ab sofort im Buchhandel zum Preis von € 29,80 erhältlich. ISBN: 978-3-900533-53-3, 384 Seiten, 1. Auflage 2008
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