Reichensteintraverse – vom Eisenerzer zum Admonter Reichenstein

Veröffentlicht von am Nov 12, 2014 in Eisenerzer Alpen, Gesäuseberge, Trailrunning | 6 Kommentare
Reichensteintraverse – vom Eisenerzer zum Admonter Reichenstein

Nach längeren Planungen und Vorbereitungen war es am 4. 10. so weit: Die Reichensteintraverse als Geburtstagsgeschenk, vom Präbichl zur Oberst-Klinke-Hütte wurde aufgetischt. Es war die logische Fortsetzung des Vorjahres, als es vom gleichen Startpunkt über das Hochschwabmassiv zum Seebergsattel ging. Die logistische Herausforderung war diesmal um einiges diffiziler, sind doch alpine Stützpunkte entlang des geplanten Weges Mangelware: Quasi am Beginn die Reichensteinhütte (2128m), und am Ende die Mödlingerhütte (1523m). Dazwischen galt es im Vorfeld Wasserstellen zu detektieren. Eine weitere Unbekannte waren die tatsächlich vor uns liegenden Kilometer und noch wichtiger: die vertikalen Höhenmeter. Mit diesen paar Fragezeichen ging es im Nebel am Präbichl um 7 Uhr los. Fünf wackere Starter hatten sich eingefunden, um meinen Geburtstag würdig zu begehen. Am Rösselhals waren wir das erste Mal aus dem Nebel und konnten unsere gesamte Tour herrlich einsehen.

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Am Rösselhals endlich raus aus dem Nebel. Foto (c) Rainer Prüller

Da war der Stadelstein und das Wildfeld zu sehen, ganz markant der Zeiritzkampel und am Ende des Horizonts der Admonter Reichenstein, der den zweiten Eckpfeiler dieser Tour darstellt. Nach ziemlich genau einer Stunde waren wir am Plateau des Eisenerzer Reichensteins angekommen, mit herrlichem Sonnenschein wurden wir erwartet, der Nebel aus dem Tal bot herrliche Schauspiele beim Überfließen des Hauptkammes.

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Am Plateau des Eisenerzer Reichensteins (2165m). Der Nebel zieht wie ein Schleier über den Kamm. Foto (c) Rainer Prüller

Es ging lockeren Schrittes weiter über die Hohe Lins, Zwölferköpfel und Wildfeld, wo wir knapp unter dem Gipfel, nach etwa 3 h Laufzeit, die Wassertanks bei einem nicht übersehbaren Brunnen auffüllen konnten. Der weitere Streckenverlauf erfüllt zwar das Herz jeden Bergläufers ob der herrlichen Steige mit Freude, der Abschnitt Kragelschinken (1845 m), Weitböden und Zeiritzkampel (2125 m) ist dann aber doch um einiges länger als geplant. Der Zeiritz teilt die Traverse ja nicht nur durch zwei, auch eine kleine Labestelle wurde für uns nach oben gewandert. Da hatten wir allerdings schon 25 km, 2700 hm und 5,5 Stunden in den Beinen. Das Peleton war mittlerweile geborsten, ich entschied mich von da an alleine weiterzukämpfen. Der Rest stieg mit den Versorgern über die Kammerlalm nach Radmer ab.

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Herrliches Laufgelände und unten die Nebelsuppe. Foto (c) Rainer Prüller

Über die beliebten Skiberge Hinkareck (1932 m) und Lahnerleitenspitze (2027 m) ging es Richtung Leobner (2036 m) und Blaseneck (1969 m) in die Gesäuseberge weiter. Die Anstiege gingen noch halbwegs flüssig von statten, die Bergabpassagen waren aber ob der bocksteifen Beine schon ein wenig genussfrei. Die zweite markante Wasserstelle Heiligenbrunn beim Leobnertörl konnte ich leider ob eines vermeintlich schlauen Abschneider durch die Latschenzone nicht auffinden. 2 Stunden benötigte ich dann auch für den Weg vom Blaseneck bis zur Mödlingerhütte.

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Die Mödlingerhütte vorm Admondter Reichenstein. Frittatensuppe und Bier bringen die nötigen Nährstoffe für die letzte Etappe. Foto (c) Rainer Prüller

Ohne größere Anstiege kamen aber in diesem Abschnitt doch 800 vertikale Höhenmeter zusammen. Vom Hüttenwirt ließ ich mir eine Halbe Bier und Frittatensuppe bringen, als Stärkung für den letzten Abschnitt durch den Flitzengraben in die Kaiserau. Der halbe Salzstreuer am Tisch musste da ob der krampfmindernden Wirkung des NaCl daran glauben. Mit “Es lebe der Sport” aus dem Smartphone ging es im letzten Licht des Tages den jetzt schon zur Mauer gewordenen Anstieg zur Oberst-Klinke-Hütte hinauf. Geschafft! 49,7 km, 4290 Hm und 11:05 Stunden dauerte der aktive Teil der diesjährigen Geburtstagsfeier. Nach der glücklichen Fusion des ursprünglichen Starterfeldes wurde im anschließenden passiven Teil der Veranstaltung auch dort zum Leidwesen vieler anderer Hüttengäste eine gewisse Standhaftigkeit bewiesen. Aber so oft gibt es derartige Husarenstücke ja auch nicht zu feiern…

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Happy birthday! Ein Geburtstagsfest, das es in sich hat. Foto (c) Rainer Prüller

6 Kommentare

  1. Romana
    1. August 2017

    Ich bin sprachlos…..diese Tour hatte ich auch schon mal geplant… wurde nichts daraus. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Auf jeden Fall top – Gratulation!

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  2. Johannes
    7. Februar 2017

    Wow! Tolle Bilder! Ich liebe es von den Bergen auf die Wolken unter mir zu gucken :-) Warst du fürs Trailrunning schon einmal in Südtirol? Meine Freundin konnte mich im Herbst zu einem Wellnessurlaub im Vinschgau (liegt im niederschlagsarmen Westen Südtirols) “überreden” und ich muss sagen, ich fahre wieder hin! Die Umgebung rund um unser Hotel http://www.dasgerstl.com/de/das-gerstl/willkommen.html hat mir unendlich viele Running Möglichkeiten geboten, zudem bietet das Hotel einen sensationellen Blick auf den Talkessel! Gerne wieder!

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  3. Christian Wohlkinger
    22. November 2014

    Danke Rainer für das nicht alltägliche und deshalb so besonders wertvolle Geburtstagsgeschenk an uns und an dich selbst !

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  4. gertraut
    16. November 2014

    Vielleicht mach ich diese Runde, vorausgesetzt, ich hab eine Woche Zeit dazu!!!!!!!!

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    • Bernadette Pree
      16. November 2014

      Dann komm ich mit mit dir! ;) Lg, Berna

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  5. Wu
    12. November 2014

    Geile Runde, geile Sache, Gefällt mir! Werde ich versuchen diese Runde auch mal zu machen!
    Lg
    Wu

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