Elbrus für Enthusiasten

001_cover.indd In der noch aktuellen Ausgabe 08/2009 von Land der Berge ist ein kurzer Bericht über den Global Youth Summit der UIAA YC abgedruckt worden. Nachfolgend findet Ihr den gesamten Artikel zum Nachlesen. Weiter Informationen zum GYS findet ihr hier.

Elbrus für Enthusiasten

Der Global Youth Summit, von der Jugendkommission der UIAA ins Leben gerufen, traf sich heuer zum zehnten Mal. Das traditionelle Ziel war dabei die Besteigung des Elbrus.

Während von Osten die morgendliche Röte über die schneeweißen Berge schwappt, frage ich mich kurz, was ich hier verloren habe. Doch schnell verfalle ich wieder in die Aufstiegsroutine. Zwei tiefe Atemzüge werde ich benötigen, um der Firnflanke einen weiteren halben Meter abzuringen. Nur mühsam kann ich im Schneesturm das Gleichgewicht halten.

UMF & UIAA YC Global Youth Summit 2009 zum Elbrus

Nicht die Strapazen, sondern der enorme Andrang der vielen Bergsteiger macht mir Kopfzerbrechen. In der bereits rötlich eingefärbten Nacht, vermummt und mit Stirnlampen am Kopf, taumeln zahlreiche Bergsteiger vor und hinter mir die Flanke hoch. Der Wind bläst die eintönige Hintergrundmusik zu diesem grotesken Bild. Viele von ihnen sind früh morgens mit Pistenfahrzeugen auf eine Höhe von knapp 4800 Metern heraufgebracht worden; frierend auf den Ladeflächen. Manche sitzen nun reglos im Schnee entlang der Aufstiegsspur und ringen nach Sauerstoff während der Wind die weißen Kristalle gegen die müden Körper peitscht.

Tausende Bergsteiger aus aller Welt besuchen jährlich den Elbrus im russischen Kaukasus, der geographisch gesehen – knapp aber doch – der höchste Berg Europas ist und somit zu den populären Seven Summits gezä hlt wird. Besteiger dieser sieben magischen Gipfel bezahlen oftmals viel Geld um sich ihre Träume zu verwirklichen. Für Reiseagenturen ein durchaus lukratives Geschäft. Dass unsere Unternehmung unter anderen Vorzeichen steht, bringt Alexander Zaidler, der ukrainische Expeditionsleiter, bereits beim langwierigen Bustransfer auf den Punkt: Viele wollen den Gipfel um jeden Preis erreichen. Wir, sagt er, sind hier um eine tolle Zeit zu haben und um im Zeichen des Friedens - wenn die Verhältnisse es zulassen - den Gipfel zu besteigen. „Because we are enthusiasts.”.

Wir, die Enthusiasten also - Deutsche, Dänen, Norweger, Rumänen, Holländer, Griechen, Engländer, Italiener, Malaysier, Israelis und Österreicher. Allesamt unter 30 Jahren und über die nationalen Verbände auf diese besondere Art der Elbrus-Expedition aufmerksam geworden. Die Rede ist von den Global Youth Summits, die von der Jugendkommission der UIAA ins Leben gerufen wurden um das Bergsteigen und Klettern mit Kindern und jungen Menschen als wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zu fördern. Der 78 jährige Zaidler von der Ukrainian Mountaineering Federation veranstaltet diesen Summit am Elbrus heuer bereits zum zehnten Mal.

Abendstimmung auf der Akklimatisationstour (QUER)Auch Zaidlers Tochter Tatjana ist mitgereist und wusste nicht nur die lästigen und recht häufigen Check-Points der russischen Polizei zu bewältigen, sondern auch mit stoischer Ruhe die Ansprachen ihres Vaters zu übersetzen. Heuer ist sie zum ersten Mal dabei und will auch endlich selbst auf den Elbrus hinauf.

Wir steigen karawanengleich weiter an den keuchenden Bergsteigern vorbei über die Traverse in den breiten Sattel. Die Sonne hat sich bereits aus dem Nachthimmel geschält und erwartet uns mit Wärme. Nicht alle von uns werden wenig später den Gipfel erreichen. Auch Tatjana nicht. Sie wird nächstes Jahr wieder kommen um mit anderen jungen Enthusiasten den höchsten Berg Europas zu besteigen.

Mehr Informationen zu den Global Youth Summits auf: www.theuiaa.org/act_youth.html

2 Berge/2 Filme

Zahlreiche Berg- und anglizisiert: Mountainfestivals touren stets durch die Länder. Nach zwei an den Kinokassen und in der künstlerischen Umsetzung sehr erfolgreichen Kinofilmen - ich spreche von Nordwand und von Am Limit - kommen jetzt zwei weitere Filme zum Thema Berg in die heimischen Kinos. In Mount St. Elias von Gerald Salima begeben sich die zwei österreichischen Extremskifahrer Peter Ressmann und Axel Naglich, sowie der Amerikaner Jon Johnston nach Alaska um dort - wie es im Teaser heißt - die “längste Skiabfahrt der Welt” zu eröffnen.

Weltrekord in Raten

Ziel der Unternehmung ist die Besteigung und die Abfahrt über die gleiche Route des vierthöchtsten Berg Nordamerikas, der, aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Ozean, über ein ganz spezielles Mikroklima verfügt. 38 Meter Jahresschneemenge wurden am Fuße des Berges gemessen - welche Probleme das hinsichtlich der Lawinensituation mit sich bringen kann, brauche ich hier nicht zu erwähnen. Diesen speziellen Bedingungen zufolge ist die Abfahrt dann auch in zwei Teilen unternommen und gefilmt worden. Der obere Teil im Spätsommer und der untere aufgrund der Ausaperung dann im Winter.

Der bekannteste Salzburger Energiekracherlhersteller ist selbstverständlich mit Logo und Geld im Film omnipräsent. Ein weiteres filmisches Dokument über die Tatsache, dass Alpinismus nicht nur im puristischen Sinne von Alexander Huber betrieben werden kann, sondern auch als Trend- und Extremsportart Beachtung findet, was auch für Passivsportler mit viel Taurin nachzuempfinden wäre. Wobei ich bei den jüngsten Ereignissen lieber beim Wasser bleiben werde.

Extern: Standard Interview mit Hauptdarsteller Axel Naglich.

Schickalsberg Nanga Parbat

Dieses Attribut besitzt dieser 8000er im pakistanischen Karakorum seit dem nationalsozialistische Expeditionen auf tragische Weise scheiterten. Erst 1953 gelang es dem Tiroler Ausnahmealpinist Hermann Buhl in einem 41 stündigem Alleingang (!) den Gipfel zu erreichen. Unter Leitung des gleichen Expeditionsleiters von 1953, Karl Herrligkoffer, spielte sich jedoch 17 Jahre danach wohl eines der umstrittensten und bekanntesten Bergunglücke vor der schauderhaften Kulisse des “nackten Berges” ab. Der Bruder des wohl berühmtesten Bergsteigers unserer Zeit, Günther Messner, verunglückte während des Überschreitungsversuch im Abstieg in der berühmten Diamirflanke. Reinhold Messner gelang es schließlich abzusteigen.
Der deutsche Regisseur Joseph Vilsmaier hat das Drama aufgegriffen und erzählt die prägende Geschichte der Expedition von 1970 nach. Ab 2010 wird der Film zu sehen sein. Hoffentlich werden die hochgestecketen Erwartungen gehalten.

IMS Brixen – Countdown

IMS-Präsentation (2)Der Countdown läuft und morgen ist es soweit und der erste International Mountain Summit wird in Brixen/Südtirol stattfinden.

Nach der Pressekonferenz in der Franzensfeste im Eisacktal werden am Abend Reinhold Messner, Alexander Huber, Ines Papert, Simone Moro, Hans Kammerlander, Stefan Glowacz, Peter Geyer (Internationaler Bergführerverband IBV), Georg Simeoni (AVS), Annibale Salsa (Präsident des CAI) und Roberto Mantovani das Programm mit einer bestimmt spannenden Diskussionsrunde eröffnen.

Kurzporträts der Bergsteiger und weitere Informationen zum Programm findest du unter www.ims.bz

Auf den Geschmack gekommen?

Dann nimm die Gelegenheit war, entfliehe der grauen Novemberwelt und komm auch nach Südtirol. Lausche den Vorträgen, erlebe die Bergelite hautnah beim Wandern und genieße das historische Ambiente in Brixen. Der Hochtourist berichtet in Echtzeit vom IMS. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

Rückblick auf die Remix 09 - Bing Maps

remix-logoAls Teilnehmer der Webdeveloper- und Webuser-konferenz am 1. Oktober in Wienwar ich bereits vom Programm im Vorhinein überrascht. Die Veranstaltung hielt schlussendlich das, was sie versprach, auch wenn man bemerken muss, dass dort verständlicherweise nur Entwicklungen und Programmlösungen des Veranstalters und Softwareherstellers Microsoft vorgestellt wurden.
Werbeveranstaltung hin oder her, besitzt MS einige in Zukunft interessante Details, die - besonders für mich interessant - im Special Track zu Bing Maps vom eigens aus Reading/UK angereisten Entwickler Johannes Kebeck in nonchalanter Leichtigkeit vorgetragen wurden. Und so kommt auch der hauseigenen Konkurrent zu Google Maps, Bing daher: die üblichen Satellitenaufnahmen sind nach der Idee von MS Virtual Earth fortgeführt.
Birds Eye Watch, also Vogelperspektive, nennt MS das Zusatzfeature, das vorerst nur Agglomerationen in den westlichen Industrieländern ablichtet. Sukzessive werden Städte in einem Raster überflogen und mit eigens entwickelten Kamerasystemen abfotografiert. Nach dem Zusammensetzten (“stitchen”) der Fotos werden diese dann georeferenziert und  bei Bing eingespeist. So erweitert MS die bereits bekannten Satellitenaufnahmen um eine zusätzliche Zoomstufe – Aufnahmen im 45 Grad Winkel von den Straßen Wiens sind bereits online zu bestaunen.
Silverlight3 und die deepzoom-Funktion wird die Anwendungen noch weiter verfeinern. Stellen Sie sich vor, Sie würden diese Anwendung auf Kartenbasis bedienen. Wäre unglaublich, nicht.

Bing Maps mit topografischer Wanderkarte

Sehr informativ waren die zwischenzeitlich stattfindenden Showcases von Bing Maps Partnern. Im ersten Block fiel meine Aufmerksamkeit auf Hubermedia.de und das vorgestellte Produkt eContent-Maps. POIs, und Touren in Bing Maps eingebunden ist nichts neues, doch um eine topografischen Wanderkarte erweitert, macht das Navigieren und Wechseln zwischen Karte und Luftbild Spaß. Bin schon gespannt wie das mit Silverlight erst aussieht.

Links:
http://maps.ausflugstipps.at/
http://maps.naturfreunde.at/
Stefan Huber und Hubermedia auf Tourismusforschung.at

Matterhorn Deepzoom

“So nah waren Sie noch nie am Matterhorn”, so MS Schweiz. Im Rahmen der Ausstellung The Magic of Software im Technorama Winterthur zum 20ig jährigem Jubiläum wurde dieses Tool gebastelt: Klicken und ausprobieren (Nach dem Motto “Finde die Solvay-Hütte”;-).

ExtremSportFilmNacht 2009

Auf den Wirtschaftsseiten diverser Zeitungen liest man schon länger von den hohen Zuwachsraten im Bergsport- und Outdoorbereich. Sportartikelhersteller freuen sich über den rasanten Aufwärtstrend, genauso wie sogenannte Extrembergsteiger, die - aufgrund wachsender Aufmerksamkeit - ihr Hobby zum Brotberuf machen können. Findige Unternehmer erkannten den Trend zeigerecht und nutzen den entstandenen Aufwärtssog.
Und was für Spielfilmregisseure die Academy Awards sind, ist im Bergbereich das international renommierte Banff Mountain Film Festival. Eine österreichische Agentur hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Österreichtour des kanadischen Filmfestivals jährlich durchzuführen. Rechtzeitig im Herbst lädt der Veranstalter zur jährlichen ExtremSportFilmNacht und tingelt in zweieinhalb Monaten quer übers Land. Von Kletterfilmen bis hin zu Basejumping wird alles gezeigt, was dem Label “extrem” so nahe wie möglich kommt.
Bleibt nur zu hoffen, dass heuer die Ton- und Saalqualität den geschmalzenen Eintrittspreisen gerecht wird (nicht so im letzten Jahr in der Messe Wien), oder mein Adrenalinspiegel steigt wieder an der Abendkassa.

Mehr Informationen unter: esfn.at

Feel the Himalaya

feel-the-himalaya !WEGEN DEMONSTRATIONEN AM VERANSTALTUNGSORT ABGESAGT! Am Samstag, den 8. November 2009 laden die Nepahlhilfe Beilngries, der OeAV Wien und Hauser Exkursionen zu einem besonderen Event ins alte AKH Wien ein. Der Name ist Programm. Folkloredarbietungen und kulinarische Spezialitäten aus den Ländern am höchsten Gebirge der Welt runden das hochkarätige Vortragsangebot von Peter Habeler, Hans Goger, Hans Thurner und Roland Maruna - um nur einige zu nennen - ab.
Zusätzlich können Sie die Gelegenheit nutzen und sich bei den verschiedenen Ausstellern unterschiedlichster Sparten zu informieren.
Der gesamte Erlös kommt der Nepalhilfe zu Gute.
Weitere Informationen zur Veranstalung finden Sie bei der Nepahlhilfe Beilngries oder hier als pdf.

Hochtouren Westalpen 1 / Rother

hochtouren westalpen Obgleich des goldenen Herbstes neigt sich die Hochtourensaison langsam aber sicher dem Ende zu. Dennoch möchte ich ein lange erwartetes Buch aus dem Bergverlag Rother nun etwas verspätet vorstellen. Die ansprechende Reihe “Selections” hat mit diesem Titel neuen Zuwachs bekommen. Nach langer Wartezeit ist der erste Band des Hochtourenauswahlführers für die Westalpen erschienen. Zwischen Tödi und Grand Combin - wie es im Titel lautet - führen uns die von diversen anderen Erscheinungen bekannten Autoren auf klassische Fels- und Eistouren in die Schweiz. Im Wesentlichen sprechen wir von der deutschsprachigen Schweiz und von den berühmten Berggestalten in den Berner und Walliser Alpen. Schon beim Durchblättern stechen die klingendsten Namen ins Auge. Aber auch der eine oder andere weniger bekannte Gipfel bzw. die ein oder andere weniger bekannte Route fernab der großen Ströme kann man in diesem Buch finden. Ein Tourenführer, der aufgrund der gewohnt zahlreichen Fotos auch zum Blättern und Schökern in der warmen Stube gedacht ist. Ansprechendes Layout und präzise recherchierte Informationen verstehen sich von selbst. Sozusagen die Pause-Nachfolger im 21. Jahrhundert.

“Hochtouren Westalben – Band 1: 88 Fels- und Eistouren zwischen Tödi und Grand Combin” von Wolfgang Pusch, Edwin Schmitt, Thomas Senf und Michael Waeber ist 2009 im Bergverlag Rother (München) erschienen und im Fachbuchhandel erhältlich: € 29,90 [D], € 30,80 [A]. ISBN: 978-3-7633-3028-7, 288 Seiten, 1. Aufl. 2009

IMS Brixen in München und Berlin

IMS-Präsentation (2)Die Vorbereitungen in Brixen scheinen auf Hochtouren zu laufen. Ein Presse-Event in München (Kletterhalle “High-East”) am 14. Oktober mit prominenter Besetzung macht Lust auf den erstmalig stattfindenden Gipfel im Südtiroler Eisacktal.
Neu ist, dass man sich, zeitgleich zur IMS, in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin Klettertipps von der nächsten Generation der Bergprominenz geben lassen kann. Kilian Fischhuber, Anna Stöhr und Jonas Baumann promoten die Produkte des neuen Kooperationspartners des IMS. Wer also am Wochenende am Kurfürstendamm spazieren geht, der kann getrost einen Abstecher machen – frei nach dem Motto: near. nahe. vicino.

Mehr Informationen auf www.ims.bz

Neu am Blog

Einige Leser wissen bereits, dass die Blogbeiträge schon seit längerer Zeit in Facebook gepostet werden. Nun geht es auch andersrum: Ab sofort erhält man die aktuellen Meldungen – Blogbeiträge und zusätzliche Posts –  über die beiden bekannten und beliebten Online-Plattformen. Fan wird man auf mit einem Klick rechts oben auf den Facebook-Button und das Gezwitscher kann man mit einem Klick darunter verfolgen.

Eure Lieblingsbeiträge könnt ihr von nun an auch auf sämtlichen Web 2.0-Seiten direkt posten oder bookmarken, wie es so schön heißt. Dank des neuesten Plugins am Blog ist das möglich: Am Beitragsende einfach den entsprechenden Button wählen.
RSS-Feeds für Schnellleser werden von nun an auch angeboten.
Viel Vergnügen. Der Hochtourist.