Archiv für das 'stausee'-tag

Großes Wiesbachhorn, 3564 m

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Am Beginn des Nordwestgrates (Kaindlgrat). Dahinter die Nordwestwand.

Das “Fischbachhorn” oder Große Wiesbachhorn in der Glocknergruppe der Hohen Tauern zählt mit Sicherheit zu einem der ganz großen Bergziele in den Ostalpen. Dass dieser Berg seinem Namen alle Ehre macht ist nicht nur jedem Touristen am Stausee Mooserboden sofort bewusst, wenn der Postbus einem an der Haltestelle abgesetzt hat. Von den im Norden vorgelagerten Kalkalpen betrachtet, zeichnet der Berg ein markantes, weißes Horn in den Himmel, dass – kompromisslos in seiner Gestalt und unverkennbar -  dem “großen” Nachbar Großglockner einiges an Aufmerksamkeit zu stehlen vermag.
So zeigt sich auch der “Normalweg” von grandioser Schönheit und der vielzitierte und strapazierte Begriff der “Himmelsleiter” mag bei diesem Anblick nicht mehr aus meinem Kopf weichen. Vom doch kurzen Abschnitt des Firngrates gerade erst in Stimmung gebracht, entschlossen wir uns direkt am Nordwestgrat weiter Richtung Gipfel aufzusteigen.
Am höchsten Punkt angekommen genießen wir bei Windstille und perfekter Fernsicht den atemberaubenden Rundblick und entdecken im 2400 Meter tiefer liegende Fuscher Tal Miniaturautos und -busse die der Asphaltschlange der Glocknerstraße folgen.

2 1/2 Std. – 760 Hm
Talort:
Kaprun, 786 m
Anreise: siehe hier.
Ausgangspunkt: Heinrich-Schwaiger-Haus,  2802 m
Anforderungen: Steiler und gesicherter Steig bis zum Unteren Fochezkopf (UIAA I), danach Firn- und Eisgelände mit bis zu 30° Neigung. Gletscherausrüstung und hochalpine Erfahrung notwendig.
Stützpunkte: Heinrich-Schwaiger-Haus, 2802 m; Wirtshaus “Heidnische Kirche” am Mooserboden, 2042 m, Fürthermoaralm, 1805 m, Kesselfall Alpenhaus, 1034 m.
Karten: BEV ÖK 50 3227 UTM, AV Karte Bl. 40

Von der imposanten Terrasse beim Heinrich-Schwaiger-Haus führt der Weg erst gemächlich links hinter der Hütte hinauf. Bereits nach 10 Minuten wird der Steig abweisender und mündet in einer steilen, kaminartigen Rinne (Schlüsselstelle). Diese Passage ist zwar seilversichert und mit Trittstiften versehen, doch bei Nässe rutschig und demnach nicht zu unterschätzen. Am Ausstieg erreicht man schnell den Kamm im Bereich des Unteren Fochezkopfes. Von dort über Felsen und Schnee meist auf dem Kamm zum Oberen Fochezkopf. Dort beginnt der wunderschön geschwungene Nordwestgrat, besser bekannt als Kaindlgrat. Das Gelände fällt nach beiden Seiten steil ab (Vorsicht auf Ausaperungen, Vereisung oder Wechten). Die steilste Stelle überwindend kann man nun eher flach in die Wielingerscharte (Spalten) steigen und von dort über die Westflanke oder direkt am Grat bleibend – eher steil – auf den Gipfel aufsteigen. Hier ebenfalls Vorsicht auf Ausaperungen und plattige Felspassagen (UIAA I).

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Heinrich-Schwaiger-Haus, 2802 m

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Die Hütte im Juli 2009

Alpiner Verein: DAV
Sektion: München und Oberland
Gebirgsgruppe: Glocknergruppe
Kategorie: I
Bewirtschaftung: 2010 wegen Umbau geschlossen!
Schlafplätze: 64 Lager, 16 Betten
Winterraum: 12 Plätze
Karte: BEV ÖK 50 3227 UTM
Kontakt: +43/664/442 22 94

Hoch über dem Pinzgauer Ort Kaprun liegt die Hütte auf einer famosen Aussichtsterrasse. Darunter – so grün wie das Dach – die beiden Staustufen der gewaltigen Kraftwerksbauten deren Errichtung in den 30iger und 40iger Jahren des 20. Jahrhunderts zahlreiche Opfer forderte.
Zu Fuß bis zur obersten Staustufe, dem Stausee Mooserboden, aufzusteigen zieht heutzutage wohl kaum jemand näher in Betracht. Viel aufregender ist die Postbusfahrt ab dem Alpenhaus Kesselfall – Schrägaufzug inklusive. So gelangt man in zwei Etappen in wunderbarer Szenerie zum kulminativen Höhepunkt dieses Alpendisneylands. Kitsch und alpine Realität treffen hier hart aneinander. Befremdlichkeit überkommt mich beim Anblick dieses unnatürlichen Eingriffs des Menschen und bei der heutigen touristischen Nutzung durch die Vermarktung dieser ultimativen und authentischen Alpenlandschaft in dieser kleinen (und für Jedermann verkraftbaren) Dosis heiler und vitaler Welt zum Schnellkonsum.

Anreise:
Mit den ÖBB nach Zell/See und von dort mit dem Bus zum Kesselfall Alpenhaus. Dort ist ein extra Postbusticket für die Beförderung zum Stausee Mooserboden zu lösen.
Mit dem Auto nach Zell/See und von dort auf der B 168 Richtung Mittersill. Bei Fürth über die Salzach direkt durch den Ortskern von Kaprun und der Straße weiter taleinwärts folgend bis zum Parkhaus Kesselfall. Von dort Umstieg auf den Postbus.

Hüttenzustieg:
Von der Endstation am Stausee über die westliche Staumauer bis zur sogenannten Höhenburg (2108 m). Dort durch einen Tunnel zur östlichen Staumauer und diese ebenfalls überquerend. Am Ende der Staumauer nach links und oberhalb des garagenähnlichen Häuschens in einer Kehre wieder nach links. Nach kurzer Zeit folgt abermals eine Kehre und der Weg zieht dann – steil und in direkter Linie – in kleinen Serpentinen über die Nordwestflanke hinauf zur Hütte.

Hüttenverbindungen:
Schwarzenberghütte, 2269 m
Gruberschartenbiwak, 3104 m
Oberwalderhütte, 2972 m
Gleiwitzer Hütte, 2174 m
Rudolfshütte, 2311 m

Gipfel:
Großes Wiesbachhorn, 3564 m
Hinterer Bratschenkopf, 3413 m
Klockerin, 3422 m

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GPS-Wegpunkt (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”)