
Am Beginn des Nordwestgrates (Kaindlgrat). Dahinter die Nordwestwand.
Das “Fischbachhorn” oder Große Wiesbachhorn in der Glocknergruppe der Hohen Tauern zählt mit Sicherheit zu einem der ganz großen Bergziele in den Ostalpen. Dass dieser Berg seinem Namen alle Ehre macht ist nicht nur jedem Touristen am Stausee Mooserboden sofort bewusst, wenn der Postbus einem an der Haltestelle abgesetzt hat. Von den im Norden vorgelagerten Kalkalpen betrachtet, zeichnet der Berg ein markantes, weißes Horn in den Himmel, dass – kompromisslos in seiner Gestalt und unverkennbar - dem “großen” Nachbar Großglockner einiges an Aufmerksamkeit zu stehlen vermag.
So zeigt sich auch der “Normalweg” von grandioser Schönheit und der vielzitierte und strapazierte Begriff der “Himmelsleiter” mag bei diesem Anblick nicht mehr aus meinem Kopf weichen. Vom doch kurzen Abschnitt des Firngrates gerade erst in Stimmung gebracht, entschlossen wir uns direkt am Nordwestgrat weiter Richtung Gipfel aufzusteigen.
Am höchsten Punkt angekommen genießen wir bei Windstille und perfekter Fernsicht den atemberaubenden Rundblick und entdecken im 2400 Meter tiefer liegende Fuscher Tal Miniaturautos und -busse die der Asphaltschlange der Glocknerstraße folgen.
| 2 1/2 Std. – 760 Hm Talort: Kaprun, 786 m Anreise: siehe hier. Ausgangspunkt: Heinrich-Schwaiger-Haus, 2802 m Anforderungen: Steiler und gesicherter Steig bis zum Unteren Fochezkopf (UIAA I), danach Firn- und Eisgelände mit bis zu 30° Neigung. Gletscherausrüstung und hochalpine Erfahrung notwendig. Stützpunkte: Heinrich-Schwaiger-Haus, 2802 m; Wirtshaus “Heidnische Kirche” am Mooserboden, 2042 m, Fürthermoaralm, 1805 m, Kesselfall Alpenhaus, 1034 m. Karten: BEV ÖK 50 3227 UTM, AV Karte Bl. 40 |
Von der imposanten Terrasse beim Heinrich-Schwaiger-Haus führt der Weg erst gemächlich links hinter der Hütte hinauf. Bereits nach 10 Minuten wird der Steig abweisender und mündet in einer steilen, kaminartigen Rinne (Schlüsselstelle). Diese Passage ist zwar seilversichert und mit Trittstiften versehen, doch bei Nässe rutschig und demnach nicht zu unterschätzen. Am Ausstieg erreicht man schnell den Kamm im Bereich des Unteren Fochezkopfes. Von dort über Felsen und Schnee meist auf dem Kamm zum Oberen Fochezkopf. Dort beginnt der wunderschön geschwungene Nordwestgrat, besser bekannt als Kaindlgrat. Das Gelände fällt nach beiden Seiten steil ab (Vorsicht auf Ausaperungen, Vereisung oder Wechten). Die steilste Stelle überwindend kann man nun eher flach in die Wielingerscharte (Spalten) steigen und von dort über die Westflanke oder direkt am Grat bleibend – eher steil – auf den Gipfel aufsteigen. Hier ebenfalls Vorsicht auf Ausaperungen und plattige Felspassagen (UIAA I).













































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