von
Gerald Radinger,
10. März 2009 in
Biwak, Sengsengebirge, Wandererlebnis Kalkalpen und ÖAV-Hütten.
Tags: alpenverein, biwak, nationalpark kalkalpen, OÖ. Voralpen, Ostalpen, Sengsengebirge, sengsengebirgshöhenweg, uwe-anderle-biwak, Wandererlebnis Kalkalpen.

Uwe-Anderle-Biwak am Sengsengebirgskamm zwischen Hochsengs und Gamskogel
Eine ganz besonders beschauliche Biwakschachtel steht am Sengsengebirgskamm im Nationalpark Kalkalpen – das Uwe-Anderle-Biwak. Nach dem Initiator des Sengsengebirgshöhenweges benannt, ist es der einzige Zufluchtsort am Weg. Will man den Weg von Klaus in den Bodinggraben bestreiten, so ist man meist sehr exponiert unterwegs und die Fluchtmöglichkeiten halten sich bei der Legföhrenwucherung in Grenzen.
Gerade die Einsamkeit des Höhenweges und des Biwaks machen eine Tour über den Kamm in Kombination mit einer Übernachtung zum ganz besonderen Erlebnis. Ein Hüttenschlafsack und genügend Wasser dürfen nicht vergessen werden. Kochgeschirr und Gaskocher stehen im Biwak selbst bereit. Bezahlt wird entweder direkt per Einwurf in eine Kassa oder mittels Erlagschein, der ausgefüllt und ebenfalls eingeworfen wird. Die Preise sind mit 3 Euro für AV-Jugend, 5 Euro für AV-Mitglieder und 8 Euro für Nichtmitglieder äußerst moderat und für die Erhaltung dieses äußerst wichtigen Stützpunktes vorgesehen. Schäden am Biwak sind dem Hüttenwart zu melden (siehe Kontakt).
Anreise:
Mit den ÖBB zum Bahnhof Klaus an der Pyhrnbahn. Von dort über den Sengsengebirgshöhenweg zum Biwak.
Hüttenzustieg:
Klaus – Biwak 9 Std.
Hüttenverbindungen:
Polzhütte, 1370 m
Gipfel:
Hoher Nock, 1963 m
Hochsengs, 1838 m
Rohrauer Größtenberg, 1810 m
Schillereck, 1748 m
Gamskogel, 1710 m
Spering, 1605 m
GPS-Wegpunkt (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”)

Mehr Informationen: “Wandererlebnis Kalkalpen – Die 50 schönsten Touren im Nationalpark”. Alle Rechte, insbesondere das des auszugsweisen Abdrucks und das der fotomechanischen Wiedergabe, vorbehalten. Residenz Verlag 2009.

Am Sengsengebirgshöhenweg – Schillereck und Hochsengs gegen Osten
Die „Haute Route“ des Nationalparks
Mit der viel zitierten Bergeinsamkeit ist es oft weit her. Viele Menschen wissen um die Schönheit unserer Bergwelt. Ein wahrer Höhepunkt im Nationalpark ist daher die zweitägige Wanderung über entlegene Gipfel, durch unberührte Landschaft.
16 ¼ Std. - 2400 Hm
Talort: Klaus, 461 m; Molln, 442 m
Anreise: Siehe Tour 22 und Tour 27.
Ausgangspunkt: Gh. Seeblick, 465 m
Zielpunkt: Jagahäusl, 640 m; Bodinggraben
Anforderungen: Sehr lange, fast hochalpine Unternehmung, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sowie gute Kondition erfordert. Eine Stelle ist versichert. Da bei Wetterstürzen nur wenige Fluchtmöglichkeiten ins Tal vorliegen, nur bei günstigen Verhältnissen ratsam. Keine Wasserstelle!
Gehzeiten: Parkplatz–Spering 4 Std.–Funkstation 1 Std.–Schillereck 1 ½ Std.-Hochsengs 1 ½ Std.–Uwe-Anderle-Biwak 1 Std.–Gamskogel ½ Std.–Rohrauer Größtenberg 1 ½ Std.–Hoher Nock 2 ½ Std.–Polzhütte 1 Std.–Blumauer Alm 1 Std.–Bodinggraben ¾ Std.
Stützpunkte: Gh. Seeblick, 465 m; Polzhütte, 1370 m; Feichtauhütte, 1360 m; Jagahäusl, 640 m, Uwe-Anderle-Biwak, 1583 m.
Karten: f&b WK 051, WK 081; ÖK50 Bl. 68, 69 BMN, 4201,
4207, 4208 UTM |
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Sepp Huber, der Erschließer des Toten Gebirges, merkte in seinem 1927 erschienenen Führer an, dass die Kammwanderung vom Spering zum Hohen Nock „landschaftlich sehr abwechslungsreich und schön“, das Durchkommen aufgrund der Überwucherung durch Legföhren jedoch sehr mühsam sei. Bereits damals hatte das Forstamt Molln die Bewilligung erteilt, eine Gasse durch die Latschen zu schlagen, doch erst 1976 wurde die Steiganlage des Höhenweges durch die AV-Sektion Molln, und allen voran durch ihr Mitglied Uwe Anderle, fertig gestellt. Das nach diesem benannte Biwak in der Südostflanke des Hochsengs ist der einzige Stützpunkt am wasserlosen Kamm. Der Anstieg zum Spering und weiter zur Funkstation ist bei Tour 22 ausführlich beschrieben. Vom Sattel östlich des Sperings führt der Steig auf der Südseite und dann am Kamm durch Latschen unschwierig auf die Gipfelkuppe des Schillerecks. Der Weg führt nach Osten abwärts und über einen breiten, latschenbewachsenen Rücken auf den Hochsengs. Der Namensgeber des Sengsengebirges ist der vierthöchste Gipfel und wegen der 600 m steil abstürzenden Nordwand wohl auch der wildeste. Vom Gipfelkreuz geht es kurz abwärts in den plattigen Wandschuss der Südostwand. Eine mit Drahtseilen entschärfte, ausgesetzte Querung muss trittsicher überwunden werden. Wenig später erreichen wir das Biwak am Sattel und damit das Ende der ersten Tagesetappe. Sechs bis zehn Personen finden im hölzernen Biwak Platz, das ganzjährig für Bergwanderer offen steht. Auf der gemütlichen „Hausbank“ lassen wir den Tag bei einer kräftigenden Jause ausklingen. Mit dem Aufstieg zum Gamskogel beginnt der nächste Tag recht gemütlich. Der Gipfel ist schnell erreicht, und der Blick zurück erinnert uns noch einmal an die am Vortag überwundene Schlüsselstelle. Vom Gamskogel erneut bergab, zeigt sich der Grat nun etwas schroffer. 1200 m unter uns liegt die seltsam gegliederte Wiese des Truppenübungsplatzes. Vom Gipfel des Rohrauer Größtenbergs geht es über schwierigere Felsstufen (Trittsicherheit) tief hinab in den Rottalsattel. Über eine Karstmulde und später über Wiesen zieht der Weg zum Gipfel des Hohen Nocks. Hier, zwischen Schneeberg und Nock, zeigt sich das Sengsengebirge als karges, von Dolinen zerfurchtes Hochplateau. Erfreut über den letzten Gipfelanstieg des langen Höhenwegs, beginnen wir den Abstieg über die Nordseite zur Polzhütte auf der Feichtau (siehe Tour 24). Weiter über die Blumauer Alm, wie bei Tour 27 ausführlich beschrieben, erreichen wir das Ziel der langen Tour, den Bodinggraben. Natürlich kann auch über die Südseite ins Rettenbachtal abgestiegen werden (siehe dazu Tour 31).


Auszug aus dem Wanderbuch: “Wandererlebnis Kalkalpen – Die 50 schönsten Touren im Nationalpark”. Alle Rechte, insbesondere das des auszugsweisen Abdrucks und das der fotomechanischen Wiedergabe, vorbehalten. Residenz Verlag 2009.
Dieser Tage neu erschienen ist der neue AVF Berchtesgadener Alpen von Bernhard Kühnhauser. Die gewohnt detaillierten AVF sind ein nicht weg zu denkendes Instrument für alle, die fernab der Trampelpfade alpine Abenteuer suchen. Für Watzmann, Hochkönig und Co. gibt es dieses Instrument nun wieder druckfrisch bereits in der 19. Auflage.
Der Zusatz “alpin” bezieht sich auf die vollzogene Trennung mancher AVF in eben diese Kategorie und “extrem”. Was bedeutet das? “Alpine” Führer beinhalten Routen die den zweiten Schwierigkeitsgrad nach der UIAA-Skala nicht überschreiten. Hiermit liegt dem Bergsteiger und leichtem Felsgeher ein Buch mit ausgewählten Touren vor. “Extreme” AVF Führer ist damit eher Kletterern und ambitionierten Bergsteigern vorbehalten. Diese Führer enthalten in der Regel Routenbeschreibungen ab dem Schwierigkeitsgrad III.
Gut aufgeteilte Kapitel machen diese Bergmonographie trotzdem übersichtlich. Anfangs wird wie gewohnt auf allgemeine Informationen aufmerksam gemacht. Die nächsten Kapitel widmen sich der Täler und Talorte und der Hütten und Anstiegswege. Ein eigener Abschnitt “Weitwanderwege und Mehrtagestouren” ersetzt die Hüttenverbindungswege. Nach dem Kapitel über Klettersteige und versicherte Steige finden wir das Herz des Führer: “Bedeutende Talwanderungen, Bergwege und Gipfelanstiege nach Gebirgszug und Tourengebiet geordnet, was sich als sehr praktisch herausstellt. Folgend werden noch nicht bezeichnete alpine Wege und Steige extra in einem Kapital zusammengefasst – also die wahren Schmankerln. Zu bemängeln ist die wenige Anzahl an Fotos, doch mehr davon hätten den Umfang vermutlich gesprengt.
“Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen alpin” von Bernhard Kühnhauser ist 2009 im Bergverlag Rother (München) erschienen und im Fachbuchhandel erhältlich: 22,90 Euro [D] / 23,60 Euro [A]. ISBN: 978-3-7633-1127-9, 608 Seiten, 19. Aufl. 2009

2005 erschien bereits die 10. Auflage des Alpenvereinführers für die Verwallgruppe am Arlberg, in den österreichischen Bundesländern Tirol und Vorarlberg aufgeteilt. Manchem ist dieses Gebiet bisher vielleicht unbekannt geblieben, weswegen ich die Chance nutzen möchte und diesen Führer über das Verwall, wie es kurz genannt wird, vorzustellen.
Roland Luzian und Peter Pindur, zwei erfahrene Geographen, haben in Zusammenarbeit mit dem Hüttenwirt der Darmstädter Hütte, Andreas Weißkopf, den AV-Führer aktualisiert und stark verbessert. Die für AV-Führer bekannte inhaltliche Gliederung wurde beibehalten, doch wurde die Übersicht durch farbliche Kennzeichnung und Abtrennung der Touren stark verbessert. Nicht nur Alpinisten und Bergsteiger werden mit diesem professionellen Führer schönen Touren im Verwall entgegensehen, auch Hütten- und Bergwanderer sollte dieses Buch ans Herz gelegt sein. In gewohnter Manier sind natürlich alle Hütten- und Verbindungswege bzw. Übergänge angeführt. Mit übersichtlichen Höhenprofilen werden diese erweitert und liefern so die wichtigsten Informationen für Höhenwanderer. Ausreichend illustriert mit 43 Fotos und 43 Skizzen darf der gewohnt handliche AVF Verwallgruppe in keinem Rucksack fehlen, sollte man den vielen Gipfelzielen im Gebiet einen Besuch abstatten.
“Alpenvereinsführer Verwallgruppe” von Peter Pindur, Roland Luzian, Andreas Weiskopf ist 2005 im Bergverlag Rother (München) erschienen und im Fachbuchhandel erhältlich: 22,90 Euro [D] / 23,60 Euro [A]. ISBN: 978-3-7633-1251-1, 300 Seiten, 10. Aufl. 2005

Die Theodor-Körner-Hütte unter der Bischofsmütze
Die Theodor-Körner-Hütte möchte ich als erste hier vorstellen, denn in dieser Hütte hab ich mich wohl und gut aufgehoben gefühlt, wie schon lange in keiner anderen mehr. Die Wirtsleute sind nicht um Auskünfte verlegen. Ganz im Gegenteil: Die kleine und liebevoll eingerichtete Hütte liegt etwas Abseits der touristisch überlaufenen Regionen Dachstein und Salzkammergut - am Ende des Lammertals hoch über Annaberg, wo die Hüttenterrasse zum herrlichen Rundblick auf Tennengebirge, Hochkönig und Großglockner einlädt. Dahinter ragt die weithin bekannte und berühmte Silhouette der Bischofsmütze empor. Die Sanitärräume sind neu und werden täglich geputzt. Der Gastraum ist gemütlich und scheint ebenfalls neu zu sein und wer im sauberen Lager eine Nacht verbringt, wird sich selbst über den Komfort dieser Hütte ein Bild machen können. Der Wirt ist staatlich geprüfter Berg- und Schiführer und jederzeit für eine Tour zu buchen. Neben Donnerkogel, 2054 m, Angerstein, 2100 m und Mandlkogel 2279 m (um nur einige Gipfel zu nennen) bietet das Wandergebiet Gosaukamm auch genügend Entfaltungsmöglichkeiten für ambitionierte Bergsteiger und Kletterer. Die Umrundung des Gosaukamms und die Verbindung zur Dachsteinrunde über die Adamekhütte sind die Highlights der Salzburger Dolomiten. Ein vergessenes Stück Berglandschaft wartet darauf wieder entdeckt zu werden. Den Tag auf der Theodor-Körner-Hütte ausklingen zu lassen bei ausgezeichneter Küche und der einmaligen Kulisse war heuer eines meiner schönsten Bergerlebnisse. Vielen Dank den Wirtsleuten Dorli und Blas!
Anreise:
Mit den ÖBB zum Bahnhof Golling oder Eben/Pongau. Von dort mit dem Bus nach Annaberg im Lammertal.
Hüttenzustieg:
Annaberg - Parkplatz Pommerbauer - 1 1/4 Std.
Hüttenverbindungen:
Gablonzer Hütte, 1522 m
Hofpürglhütte, 1705 m
Gipfel:
Mandlkogel, 2279 m
Angerstein, 2100 m
Donnerkogel, 2054 m
Donnerkogel - Westwand, 2054 m
GPS-Wegpunkt (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”)
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