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Hochtouren Westalpen 1 / Rother

hochtouren westalpen Obgleich des goldenen Herbstes neigt sich die Hochtourensaison langsam aber sicher dem Ende zu. Dennoch möchte ich ein lange erwartetes Buch aus dem Bergverlag Rother nun etwas verspätet vorstellen. Die ansprechende Reihe “Selections” hat mit diesem Titel neuen Zuwachs bekommen. Nach langer Wartezeit ist der erste Band des Hochtourenauswahlführers für die Westalpen erschienen. Zwischen Tödi und Grand Combin - wie es im Titel lautet - führen uns die von diversen anderen Erscheinungen bekannten Autoren auf klassische Fels- und Eistouren in die Schweiz. Im Wesentlichen sprechen wir von der deutschsprachigen Schweiz und von den berühmten Berggestalten in den Berner und Walliser Alpen. Schon beim Durchblättern stechen die klingendsten Namen ins Auge. Aber auch der eine oder andere weniger bekannte Gipfel bzw. die ein oder andere weniger bekannte Route fernab der großen Ströme kann man in diesem Buch finden. Ein Tourenführer, der aufgrund der gewohnt zahlreichen Fotos auch zum Blättern und Schökern in der warmen Stube gedacht ist. Ansprechendes Layout und präzise recherchierte Informationen verstehen sich von selbst. Sozusagen die Pause-Nachfolger im 21. Jahrhundert.

“Hochtouren Westalben – Band 1: 88 Fels- und Eistouren zwischen Tödi und Grand Combin” von Wolfgang Pusch, Edwin Schmitt, Thomas Senf und Michael Waeber ist 2009 im Bergverlag Rother (München) erschienen und im Fachbuchhandel erhältlich: € 29,90 [D], € 30,80 [A]. ISBN: 978-3-7633-3028-7, 288 Seiten, 1. Aufl. 2009

So weit die Knie tragen / Piper

so weit die knie tragenMein Fußmarsch durch Afghanistan
Buchrezension von Martin Zinggl*

„…Es ist mitten im Winter, auf den Passübergängen liegen drei Meter Schnee, in jener Gegend gibt es Wölfe, und es ist Krieg! Sie werden umkommen, ich garantiere es Ihnen. Wollen Sie wirklich sterben?“ (Zitat aus Rory Stewart „So weit die Knie tragen“, S.18)

Was nach einem waghalsigen Abenteuerbericht eines Verrückten klingt, ist das literarische Ergebnis von Rory Stewarts Fußmarsch durch Afghanistan. Über einen Zeitraum von 21 Monaten wandert Stewart quer durch Zentralasien. „So weit die Knie tragen“ behandelt den Abschnitt von Herat nach Kabul, eine Strecke die einst Babur, der erste Großmogul von Indien unternommen hat und dessen Fußspuren Stewart in seiner Reiseerzählung folgt. Der Geschichteprofessor aus Schottland mag sowohl waghalsig als auch verrückt sein, vor allem aber ist er eines: entschlossen!

Im scheinbar ungünstigsten Moment – kurz nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen – bricht Stewart auf, um das krisengerüttelte Land und seine Bevölkerung zu entdecken. Einziger Begleiter Stewarts ist ein zahnloser Hund, den er liebevoll „Babur“ tauft.

Warum es zu diesem Marsch gekommen ist, beantwortet Stewart nicht wirklich. Der tatsächliche Grund für seine Wanderung ist eine Kombination von Motiven: intensiver Kontakt mit der Natur, Afghanistan als zentralen Schmelzpunkt unterschiedlicher Kulturen kennen zu lernen, einen Spaziergang durch die Weltgeschichte zu unternehmen.

Zwischen Taliban, Landminen und Durchfall, muss der Autor vor allem mit Machtspielchen hochnäsiger Militärangehöriger und Warlords, marodierenden Kinderbanden und zornigen Hundemeuten kämpfen. Dennoch zeigt uns Stewart ein Afghanistan fernab von Kriegen, Anschlägen und Entführungen. Überrascht über den Besucher aus einer anderen Welt und sein Vorhaben, wird Stewart beinahe immer gastfreundschaftlich von der Bevölkerung aufgenommen. Großzügig werden die wenigen vorhandenen Lebensmittel mit dem Gast aus Schottland geteilt. Sein gut fundiertes Wissen über Afghanistan und ausreichende Persischkenntnisse helfen Stewart nicht nur in der Sozialisierung, sondern auch brenzlige Situationen zu meistern.

Poetisch beschreibt der Autor Afghanistans atemberaubende Landschaft, die sich scheinbar „aus gewalttätigen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit zusammensetzt“. Er berichtet sowohl vom Leiden der Bevölkerung aufgrund interner theologischer und ethnischer Konflikte, als auch vom halbherzigen Einsatz der UNO und anderen internationalen Hilfsorganisationen. Aktuelle politische Geschehen in Afghanistan analysiert Stewart, indem er historische Ereignisse erklärt und die Zusammenhänge zur Gegenwart erläutert.

Seine scharfe Beobachtungsgabe verhilft Stewart zu einer detaillierten Beschreibung der afghanischen Kultur und seiner Besonder- und Eigenheiten. Mit beeindruckender Bescheidenheit erzählt er seine abenteuerliche Geschichte, genauso wie seinerzeit Babur. Auch wenn Stewarts Unterfangen sehr gefährlich ist, so streicht er dies nie heraus. Stattdessen konzentriert sich der Autor auf die Menschen, denen er begegnet, schildert anhand von Portraits einzelner Personen eine ganze Gesellschaft und beschreibt humorvoll ihre Rituale.

Wer von diesem Buch einen Abenteuerbericht erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Rory Stewarts Fußmarsch durch Afghanistan ist eine Ansammlung von geschichtlich fundierten Erläuterungen zur Kultur dieses zerrüttelten Landes. Authentisch, intelligent, informativ, ehrlich und aus anthropologischer Sicht sehr interessant. Eine ordentliche Portion aus Mut, Kraft, Wille und Glück lassen den jungen Mann schließlich sein Ziel - Kabul - erreichen, wo er später eine NGO zur Erhaltung des kulturellen Erbes Afghanistans gründet.

*Martin Zinggl ist Diplomand am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien, freier Autor und Dokumentarfilmer. Ab sofort wird er hochtourist.at regelmäßig mit Beiträgen versorgen.

“So weit die Knie tragen - Mein Fußmarsch durch Afghanistan” von Rory Stewart ist 2009 erstmals in deutscher Sprache als Taschenbuch erhältlich und bei Piper erschienen: € 9,95 [D], € 10,30 [A]. ISBN: 978-3-492-25422-9, 396 Seiten. 1. Aufl. 2009

Xeis Auslese / Reinmüller-Hollinger

Xeis-Auslese

Das Gesäuse ist auf dieser Plattform schon mehrmals angesprochen worden und nicht zuletzt aus eigener Affinität zu dieser kleinen, aber einzigartigen Gebirgsgruppe, wird mit Sicherheit auch noch öfter darüber berichtet werden.

Namhafte ortsansässige Obersteirer haben nun nach langer Wartezeit den Auswahlkletterführer Gesäuse neu aufgelegt und damit ein noch nie da gewesenes, in Umfang und Detailliebe unvergleichliches Werk geschaffen. Quantitativ hat sich das Buch gegenüber der ersten Auflage beinahe verdoppelt. Nicht nur die Neuaufnahme neuer (und teilweise frisch sanierter) Routen, sondern auch die Erweiterung von so mancher Tour mit aufwendigen Topos machen diese neue Auflage zu einem wertvollen Informationsmedium für Kletterer. Die vielen Farbfotos ergänzen die präzisen Beschreibungen, Übersichtsfotos und Topos zu einem runden Gesamtbild. So erquicklich sich dieser Kletterführer “liest”, so kann man sich bereits im Wohnzimmer in jede Tour “hineinfühlen”. Wünschenswerter Maßstab für die Konkurrenz - Weit oben auf der Skala.

“Xeis Auslese – Auswahlkletterführer Gesäuse” von Jürgen Reinmüller und Andreas Hollinger ist 2009 beim Alpinen Rettungdienst Gesäuse erschienen und im Eigenverlag erschienen und im Fachbuchhandel und auf der Website erhältlich: 33,95 Euro. 490 Seiten, 2. Aufl. 2009

Alpine Seiltechnik / Bergverlag Rother

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Die Person Pit Schubert hier zu beschreiben ist – denke ich – nicht von Nöten. Bereits als junger Bergsteiger gelang ihm gemeinsam mit seinem damaligen Seilpartner Klaus Werner einige bedeutende Erstbesteigungen in den Dolomiten sowie im Karwendel und in den Westalpen. Horst Höfler zollte den beiden Tribut und nahm die Seilschaft in seinem 2008 erschienenen Buch “Dream Teams – Die erfolgreichen Seilschaften des Alpinismus” mit auf. Schubert – eher bekannt durch seine Tätigkeit beim Sicherheitskreises des Deutschen Alpenvereins denn seiner alpinistischen Leistungen - ist zwar ein ungleich klingender Name in besagtem Buch neben den Messners, Hinterstoißers und Buhls dieser Welt, aber dennoch ein wichtiger Alpinist seiner Zeit gewesen.

Der Gründer und Mitarbeiter im Sicherheitskreises des Deutschen Alpenvereins, hat unzählige Sachbücher und Lehrschriften zu Sicherheitstechnik und Risikomanagement veröffentlicht. Die Reihe “Sicherheit und Risiko in Eis und Fels” sei an dieser Stelle erwähnt.

Das vorliegende Buch enthält die Grundlagen für die Fortbewegung in einer Seilschaft in Fels und Eis - ein unerlässliches Lehrbuch für Anfänger sowie für Fortgeschrittene. Aufgrund der präzisen und illustrierten Anwendungsbeispiele, der Größe und des Gewichts ist dieses Buch für jeden Rucksack bestimmt. Ausführliche Bestandsaufnahmen der aktuellen Sicherheitsforschungen und Lehrmeinungen befinden sich in den anderen Werken Schuberts sowie in den kürzlich hier empfohlenen SAC Lehrbüchern.

“Alpine Seiltechnik – Ausrüstund, Technik, Sicherheit” von Pit Schubert ist 2009 im Bergverlag Rother (München) erschienen und im Fachbuchhandel erhältlich: € 7,90 [D], € 8,20 [A]. ISBN: 978-3-7633-6083-3, 96 Seiten. 9. Aufl. 2009

Bergsport Winter / SAC Verlag

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Der Schweizer Alpen-Club, kurz SAC, ist wie der Deutsche und Österreichische Alpenverein auf dem Gebiet von Sicherheitsmanagement ganz oben und hat mit dem Buch Bergsport Winter ein Werk veröffentlicht, das in Umfang und Detail nach Vergleichen sucht.

Bereits in der 2., überarbeiteten Auflage beinhaltet dieses aufwendig gestaltete Kompendium auch Erkenntnisse und praktische Anwendungshinweise neuester Sicherungsgeräte am Markt, die sich in keiner anderen Literatur finden lässt (z.B. Anwendungsbereich des Petzl Tibloc etc.). Nicht nur Technik ist Gegenstand des Buches, sondern erfreulicherweise auch Taktik, was kaum in anderen Seil- und Sicherheitstechnikveröffentlichenung inkludiert ist. Ein Must-Have für die Fortbewegung mit Seil!

“Bergsport Winter – Technik, Taktik, Sicherheit” von Kurt Winkler, Hans-Peter Brehm und Jürgen Haltmeier ist 2008 im SAC Verlag (Bern) erschienen und im Fachhandel erhältlich: € 26,- [D], € 26,80 [A]. ISBN: 978-3-85902-277-5, 261 Seiten. 2. Aufl. 2008