
Hoher Sonnblick und Goldzechkopf vom Hocharnkees
Die prominenten Gipfel der Goldberggruppe am Talschluss des Rauriser Tals sind im Winter wunderbare Skitourenziele. Die Besteigung des Hocharn – höchster Punkt der Gruppe – lässt sich ausgezeichnet mit einer Tour zum Hohen Sonnblick kombinieren.
| 4 – 5 Std. – 1650 Hm
Talort: Rauris, 949 m
Anreise: Von St. Johann/Pongau bzw. Bischofshofen od. von Zell/See über die B 311 nach Taxenbach. Von dort bis nach Rauris und weiter zum Talschluss nach Kolm Saigurn (Mautstraße). Mit den ÖBB nach Taxenbach und von dort mit dem Postbus nach Kolm Saigurn.
Ausgangspunkt: Naturfreunde-Haus Kolm Saigurn, 1598 m
Anforderungen: Skihochtour für ausdauernde und erfahrene Skitourengeher. Bei ausreichender Schneelage ist am spaltenarmen Hocharnkees auf Gletscherausrüstung zu verzichten.
Gehzeiten: Kolm Saigurn – Hocharn 4-5 Std.
Stützpunkte: Naturfreunde-Haus Kolm Saigurn, 1598 m
Karten: ÖK 50 3227 UTM, AV-Karte Nr. 42 |
Vom Naturfreunde-Haus ca. 100 m talauswärts bis zu einer kleinen Brücke. Dort nach links über den Bach und in einem Bogen über die Lacheggklamm in Richtung Seilbahnstütze die erste Steilstufe überwindend aufsteigen. Unter der beeindruckenden Nordwand des Sonnblicks in Richtung Pilatuskees. Im flacheren Teil nach rechts und mehrere Felsstufen umgehend etwas steiler auf das Hocharnkees und von dort auf den Gipfel.


GPS-Track (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”)

Auf dem Alpstein. Dahinter Trämpl und Sengsengebirgskette.
Familienwanderung im Herzen des Hintergebirges
Eben sind wir noch oben gestanden auf beiden Gipfeln, die rauen Nordabstürze des Sengsengebirges zum Greifen nah, das Waldmeer des Hintergebirges zu unseren Füßen. Bei einer guten Jause auf der Hausbank vor der Alm drängen sich die beiden Felszähne wieder ins Bild. Die Hausgipfel der Ebenforstalm sind ganz besonders schöne Aussichtsberge und schnell von der Alm über Wald und Wiese zu erreichen.
3 ¾ Std. – 800 Hm
Talort: Molln, 442 m
Anreise: Siehe Tour 27. Pp. Einfahrt von der Scheiblingau in den Bodinggraben nur zwischen 6.00 und 9.00 Uhr möglich.
Ausgangspunkt: Jagahäusl, 640 m; Bodinggraben.
Anforderungen: Abwechslungsreiche Alm- und Waldwanderung auf schönen, markierten Wegen. Bei Nässe etwas rutschig. Trittsicherheit beim felsigen Schlussanstieg zum Alpstein.
Gehzeiten: Bodinggraben–Ebenforstalm 1 Std.–Alpstein ¾ Std.–Trämpl ¾ Std.–Ebenforstalm ½ Std.–Bodinggraben ¾ Std.
Stützpunkte: Ebenforstalm, 1105 m; Jagahäusl, 640 m.
Karten: f&b WK 051; ÖK50 Bl. 69 BMN, 4202, 4208 UTM |
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Beim Parkplatz am alten Jagdhaus folgt man dem Naturerlebnisweg „Wasser-Spuren“ entlang des rauschenden Bachs aufwärts. Während der Erlebnisweg an einer Wiese links zu einer Panoramabank führt, folgen wir dem mit der Nummer 472 gekennzeichneten Weg im Bodinggraben weiter. (Als Bodinge bezeichnet man übrigens die unzähligen ausgewaschenen Tümpel des Baches.) In Serpentinen gelangen wir durch den märchenhaften Buchenwald, eine Forstraße überquerend, auf
eine Anhöhe. Ein kurzes Stück auf einem Karrenweg abwärts, und wir stehen auf der Hochweide der Ebenforstalm. Die Alm liegt bereits in greifbarer Nähe links von uns, doch wir halten uns rechts und wandern über die Wiesen unter den felsigen Sporn des Trämpls. In der Mulde zweigen wir rechts Richtung Alpstein ab und queren leicht ansteigend zum Luchsboden. Nach Osten auf dem Almboden weiter bis südlich unter den Gipfelaufbau und steil über Schroffen zum nahen Kreuz. Über die kurze Steilstufe erreichen wir wieder die Einsattelung zwischen Alpstein und Trämpl und marschieren über die Weide Richtung Westen und bergauf unter die kleine Felswand. Im Schatten weiter sanft ansteigend aufwärts und auf den Trämpl. Die Aussicht lädt zum Verweilen ein, aber der Magen knurrt und fordert eine Einkehr auf der Alm. Der Topfenstrudel von Halterin Anneliese ist unter Wanderern berühmt.
Deshalb nehmen wir den kürzesten Abstieg nach Westen, das Sengsengebirge vor Augen, bis zu einem flacheren Stück (Abzweigung). Links kann man zur neu erbauten Almhütte der Schaumbergalm, auf der Südseite des Trämpls, absteigen (siehe Tour 29). Wir aber biegen rechts unter die Felsen der Nordwand und gelangen so zurück auf die Ebenforstalm zur verdienten Rast. Zurück auf demselben Weg.


Auszug aus dem Wanderbuch: “Wandererlebnis Kalkalpen – Die 50 schönsten Touren im Nationalpark”. Alle Rechte, insbesondere das des auszugsweisen Abdrucks und das der fotomechanischen Wiedergabe, vorbehalten. Residenz Verlag 2009.

Am Sengsengebirgshöhenweg – Schillereck und Hochsengs gegen Osten
Die „Haute Route“ des Nationalparks
Mit der viel zitierten Bergeinsamkeit ist es oft weit her. Viele Menschen wissen um die Schönheit unserer Bergwelt. Ein wahrer Höhepunkt im Nationalpark ist daher die zweitägige Wanderung über entlegene Gipfel, durch unberührte Landschaft.
16 ¼ Std. – 2400 Hm
Talort: Klaus, 461 m; Molln, 442 m
Anreise: Siehe Tour 22 und Tour 27.
Ausgangspunkt: Gh. Seeblick, 465 m
Zielpunkt: Jagahäusl, 640 m; Bodinggraben
Anforderungen: Sehr lange, fast hochalpine Unternehmung, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sowie gute Kondition erfordert. Eine Stelle ist versichert. Da bei Wetterstürzen nur wenige Fluchtmöglichkeiten ins Tal vorliegen, nur bei günstigen Verhältnissen ratsam. Keine Wasserstelle!
Gehzeiten: Parkplatz–Spering 4 Std.–Funkstation 1 Std.–Schillereck 1 ½ Std.-Hochsengs 1 ½ Std.–Uwe-Anderle-Biwak 1 Std.–Gamskogel ½ Std.–Rohrauer Größtenberg 1 ½ Std.–Hoher Nock 2 ½ Std.–Polzhütte 1 Std.–Blumauer Alm 1 Std.–Bodinggraben ¾ Std.
Stützpunkte: Gh. Seeblick, 465 m; Polzhütte, 1370 m; Feichtauhütte, 1360 m; Jagahäusl, 640 m, Uwe-Anderle-Biwak, 1583 m.
Karten: f&b WK 051, WK 081; ÖK50 Bl. 68, 69 BMN, 4201,
4207, 4208 UTM |
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Sepp Huber, der Erschließer des Toten Gebirges, merkte in seinem 1927 erschienenen Führer an, dass die Kammwanderung vom Spering zum Hohen Nock „landschaftlich sehr abwechslungsreich und schön“, das Durchkommen aufgrund der Überwucherung durch Legföhren jedoch sehr mühsam sei. Bereits damals hatte das Forstamt Molln die Bewilligung erteilt, eine Gasse durch die Latschen zu schlagen, doch erst 1976 wurde die Steiganlage des Höhenweges durch die AV-Sektion Molln, und allen voran durch ihr Mitglied Uwe Anderle, fertig gestellt. Das nach diesem benannte Biwak in der Südostflanke des Hochsengs ist der einzige Stützpunkt am wasserlosen Kamm. Der Anstieg zum Spering und weiter zur Funkstation ist bei Tour 22 ausführlich beschrieben. Vom Sattel östlich des Sperings führt der Steig auf der Südseite und dann am Kamm durch Latschen unschwierig auf die Gipfelkuppe des Schillerecks. Der Weg führt nach Osten abwärts und über einen breiten, latschenbewachsenen Rücken auf den Hochsengs. Der Namensgeber des Sengsengebirges ist der vierthöchste Gipfel und wegen der 600 m steil abstürzenden Nordwand wohl auch der wildeste. Vom Gipfelkreuz geht es kurz abwärts in den plattigen Wandschuss der Südostwand. Eine mit Drahtseilen entschärfte, ausgesetzte Querung muss trittsicher überwunden werden. Wenig später erreichen wir das Biwak am Sattel und damit das Ende der ersten Tagesetappe. Sechs bis zehn Personen finden im hölzernen Biwak Platz, das ganzjährig für Bergwanderer offen steht. Auf der gemütlichen „Hausbank“ lassen wir den Tag bei einer kräftigenden Jause ausklingen. Mit dem Aufstieg zum Gamskogel beginnt der nächste Tag recht gemütlich. Der Gipfel ist schnell erreicht, und der Blick zurück erinnert uns noch einmal an die am Vortag überwundene Schlüsselstelle. Vom Gamskogel erneut bergab, zeigt sich der Grat nun etwas schroffer. 1200 m unter uns liegt die seltsam gegliederte Wiese des Truppenübungsplatzes. Vom Gipfel des Rohrauer Größtenbergs geht es über schwierigere Felsstufen (Trittsicherheit) tief hinab in den Rottalsattel. Über eine Karstmulde und später über Wiesen zieht der Weg zum Gipfel des Hohen Nocks. Hier, zwischen Schneeberg und Nock, zeigt sich das Sengsengebirge als karges, von Dolinen zerfurchtes Hochplateau. Erfreut über den letzten Gipfelanstieg des langen Höhenwegs, beginnen wir den Abstieg über die Nordseite zur Polzhütte auf der Feichtau (siehe Tour 24). Weiter über die Blumauer Alm, wie bei Tour 27 ausführlich beschrieben, erreichen wir das Ziel der langen Tour, den Bodinggraben. Natürlich kann auch über die Südseite ins Rettenbachtal abgestiegen werden (siehe dazu Tour 31).


Auszug aus dem Wanderbuch: “Wandererlebnis Kalkalpen – Die 50 schönsten Touren im Nationalpark”. Alle Rechte, insbesondere das des auszugsweisen Abdrucks und das der fotomechanischen Wiedergabe, vorbehalten. Residenz Verlag 2009.
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