Archiv für die 'Ostalpen' Kategorie

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AVF Berchtesgadener Alpen alpin / Rother

avf-berchtesgadener-alpen-alpinDieser Tage neu erschienen ist der neue AVF Berchtesgadener Alpen von Bernhard Kühnhauser. Die gewohnt detaillierten AVF sind ein nicht weg zu denkendes Instrument für alle, die fernab der Trampelpfade alpine Abenteuer suchen. Für Watzmann, Hochkönig und Co. gibt es dieses Instrument nun wieder druckfrisch bereits in der 19. Auflage.

Der Zusatz “alpin” bezieht sich auf die vollzogene Trennung mancher AVF in eben diese Kategorie und “extrem”. Was bedeutet das? “Alpine” Führer beinhalten Routen die den zweiten Schwierigkeitsgrad nach der UIAA-Skala nicht überschreiten. Hiermit liegt dem Bergsteiger und leichtem Felsgeher ein Buch mit ausgewählten Touren vor. “Extreme” AVF Führer ist damit eher Kletterern und ambitionierten Bergsteigern vorbehalten. Diese Führer enthalten in der Regel Routenbeschreibungen ab dem Schwierigkeitsgrad III.

Gut aufgeteilte Kapitel machen diese Bergmonographie trotzdem übersichtlich. Anfangs wird wie gewohnt auf allgemeine Informationen aufmerksam gemacht. Die nächsten Kapitel widmen sich der Täler und Talorte und der Hütten und Anstiegswege. Ein eigener Abschnitt “Weitwanderwege und Mehrtagestouren” ersetzt die Hüttenverbindungswege. Nach dem Kapitel über Klettersteige und versicherte Steige finden wir das Herz des Führer: “Bedeutende Talwanderungen, Bergwege und Gipfelanstiege nach Gebirgszug und Tourengebiet geordnet, was sich als sehr praktisch herausstellt. Folgend werden noch nicht bezeichnete alpine Wege und Steige extra in einem Kapital zusammengefasst – also die wahren Schmankerln. Zu bemängeln ist die wenige Anzahl an Fotos, doch mehr davon hätten den Umfang vermutlich gesprengt.

“Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen alpin” von Bernhard Kühnhauser ist 2009 im Bergverlag Rother (München) erschienen und im Fachbuchhandel erhältlich: 22,90 Euro [D] / 23,60 Euro [A]. ISBN: 978-3-7633-1127-9, 608 Seiten, 19. Aufl. 2009

Alpine Ice / Versante Sud

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Der aus dem italienischen Sondrio stammende Mario Sertori hat mit diesem Buch an die vorherige Sammlung der schönsten Eisfälle in den Zentralalpen (erschienen 2007 bei Blu Edizioni) angeknüpft und ein einzigartiges Kompendium für Eiskletterfreaks geschaffen. Am Fuße von Bernina und Bergell aufgewachsen, hat er den Beruf des Bergführers ergriffen und sich bereits mit zahlreichen Veröffentlichungen in Magazinen (z.B.: Vertical) und dem Kletterführer “Nichts als Granit” auf sich aufmerksam gemacht.

Klassische aber auch neue Gebiete reihen sich aneinander. In Frankreich, der Schweiz, Österreich, Slowenien und Italien kann man nun gefrorenes Wasser unter Anleitung erklimmen. Eine kurze Einleitung informiert über die Schwierigkeitsbewertungen und die, für (Eis-)Kletterführer üblichen Piktogramme. Pro Tourengebiet gibt es einen knappe Anfahrtsbeschreibung. Mehr braucht man eigentlich nicht, zumal viele Übersichtsfotos die Routen eingezeichnet haben und so eine gute Orientierung ermöglichen. Am Ende der Länderkapital werden noch die großen Namen der nationalen Eiskletterszene in einem kurzen Porträt vorgestellt, die da wären: Patrick Gabarrou (FRA), Ueli Steck (CH), Beat Kammerlander (Ö), Peter Podgornik (SLO), Ezio Marlier (ITA). Womit auch keine Frau dabei wäre und sich der Leser fragt, warum Sertori nicht auch ein paar Wasserfälle in Deutschland miteinbezogen hat.

Im großen und ganzen ein netter Führer, der eine Übersicht über die Hotspots der alpinen Eiskletterwelt verschafft. In Frankreich kommt man sogar in den Genuss eines Gebietes in den Pyrenäen. Literaturangaben zu den einzelnen Gebieten ermöglichen ein Vertiefen in die Materie und erleichtern die Planung ohne aufwendige Recherche. Wer sich allerdings auch in Österreich viele Gebiete erhofft, liegt leider falsch. Brandnertal, Inntal, Kauner- und Stubaital, die Renkfälle und Sellrain sind die einzigen Tourengebiete in Österreich. Wer sich also fragt, wie man am besten ins Malta-, Rauriser-, Gasteinertal kommt, der bleibe weiter bei den kleinen Handbüchern aus dem Alpinverlag. Kandersteg und Co. sind hier bestens repräsentiert. Der Löwenanteil der Touren liegt verständlicherweise in Italien.

“Alpine Ice – Die 600 schönsten Eisfälle im Alpenraum” von Mario Sertori ist 2009 im Verlag Versante Sud (Mailand) erschienen und in Deutsch, Englisch und Italienisch im Fachbuchhandel erhältlich: 31,50 Euro. ISBN 978-8-8878-9082-2 (Deutsche Ausgabe), 448 Seiten, 1. Aufl. 2009

Kürsingerhütte, 2548 m

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Kürsingerhütte und der Große Geiger, 3360 m

Alpiner Verein: ÖAV
Sektion: Salzburg
Gebirgsgruppe: Hohe TauernVenedigergruppe
Kategorie: I
Bewirtschaftung: Ende März – Ende September
Schlafplätze: Lager 100/Zimmer 50
Winterraum: 16, offen
sonstige Informationen: Dusche, Warmwasser, Strom, Mobilfunknetz, Münztelefon, Trockenraum, schöne Sonnenterrasse, hervorragendes Essen, Materialseilbahn für Rucksacktransport, Hüttentaxi
Karte: AV-Karte Nr. 36, ÖK 50 3225 UTM
Kontakt: +43/6565/6450, Homepage

Am Talschluß des 13 km langen Obersulzbachtales im Salzburger Pinzgau liegt die Kürsingerhütte oberhalb des Obersulzbachkees (Als Kees bezeichnet man in den Hohen Tauern die Gletscher). Vom Parkplatz ist man am besten mit dem Mountainbike zur Talstation der Materialseilbahn unterwegs. Nach dem Parkplatz gelangt man über eine Steilstufe zur Berndlalm und damit in den sanften und flachen almähnlichen Teil des Tales. Am Ende der Straße, an der Talstation der Materialseilbahn (bis hierher ist die Anfahrt mit dem Hüttentaxi möglich) muss ein steiler, aber kurzer Weg zur Hütte überwunden werden. Beim Anmarsch durch das Obersulzbachtal zeigt sich ganz hinten am Talschluß bereits der Große Geiger in einzigartiger Kulisse. Erst einmal an der Hütte angekommen sieht man die sogenannte “weltalte Majestät” – den Großvenediger.
Eine Hütte mit sauberen Zimmern und Duschen bietet dem Gast einen angenehmen Aufenthalt. Kulinarische Genüsse werden täglich geboten. Die Speisen verlangen zwar adäquate Preise, doch muss man vergleichsweise tiefer in die Tasche greifen als für Nächtigung oder Getränke. Man kann sich aber auch die Rucksäcke für eine kleine Gebühr mit der Materialseilbahn befördern lassen. Somit können auch leicht ein paar Würste mehr mitgebracht werden. Die Aufnahme durch die Wirtsleut’ war herzlich und so fühlten wir uns auch bei unserem Aufenthalt – herzlich aufgenommen. Wir erlebten ein paar wunderschöne Tage auf der Hütte und konnten einige der schönsten Touren der Venedigergruppe verbuchen.

Anreise:
Mit Bahn und Bus von Zell/See oder Mittersill bis Neukirchen am Großvenediger. Von dort zu Fuß über die Salzach zum Parkplatz Hopffeldboden im Obersulzbachtal. (Bis hierher mit dem Auto).

Hüttenzustieg:
Parkplatz Hopffeldboden – Kürsingerhütte zu Fuß, mit dem Mountainbike oder mit dem Hüttentaxi. (Vom Pp. Zu Fuß in 4 1/2 Stunden, oder vom Taleingang in 6 Stunden).

Hüttenverbindungen:
Warnsdorfer Hütte, 2.336m
Essener-Rostocker-Hütte, 2.208m
Johannishütte, 2.121m
Neue Prager Hütte, 2.796m
Defregger Haus, 2.962m
Berndlalm, 1.500m
Postalm, 1.700m

Gipfel:
Großvenediger, 3.674m
Großer Geiger, 3.360m
Keeskogel, 3.291m
Schlieferspitze, 3.289m
Sonntagskopf, 3.125m
Gamsspitzl, 2.888m
Bachmayrspitze, 3.119m

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GPS-Wegpunkt (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”)

AVF Verwallgruppe / Rother

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2005 erschien bereits die 10. Auflage des Alpenvereinführers für die Verwallgruppe am Arlberg, in den österreichischen Bundesländern Tirol und Vorarlberg aufgeteilt. Manchem ist dieses Gebiet bisher vielleicht unbekannt geblieben, weswegen ich die Chance nutzen möchte und diesen Führer über das Verwall, wie es kurz genannt wird, vorzustellen.

Roland Luzian und Peter Pindur, zwei erfahrene Geographen, haben in Zusammenarbeit mit dem Hüttenwirt der Darmstädter Hütte, Andreas Weißkopf, den AV-Führer aktualisiert und stark verbessert. Die für AV-Führer bekannte inhaltliche Gliederung wurde beibehalten, doch wurde die Übersicht durch farbliche Kennzeichnung und Abtrennung der Touren stark verbessert. Nicht nur Alpinisten und Bergsteiger werden mit diesem professionellen Führer schönen Touren im Verwall entgegensehen, auch Hütten- und Bergwanderer sollte dieses Buch ans Herz gelegt sein. In gewohnter Manier sind natürlich alle Hütten- und Verbindungswege bzw. Übergänge angeführt. Mit übersichtlichen Höhenprofilen werden diese erweitert und liefern so die wichtigsten Informationen für Höhenwanderer. Ausreichend illustriert mit 43 Fotos und 43 Skizzen darf der gewohnt handliche AVF Verwallgruppe in keinem Rucksack fehlen, sollte man den vielen Gipfelzielen im Gebiet einen Besuch abstatten.

“Alpenvereinsführer Verwallgruppe” von Peter Pindur, Roland Luzian, Andreas Weiskopf ist 2005 im Bergverlag Rother (München) erschienen und im Fachbuchhandel erhältlich: 22,90 Euro [D] / 23,60 Euro [A]. ISBN: 978-3-7633-1251-1, 300 Seiten, 10. Aufl. 2005

Theodor-Körner-Hütte, 1458 m

Körner-Hütte
Die Theodor-Körner-Hütte unter der Bischofsmütze

Alpiner Verein: ÖAV
Sektion: Akademische Sektion Wien
Gebirgsgruppe: Dachsteingebirge – Gosaukamm
Kategorie: I
Bewirtschaftung: Anfang Juni – Mitte Oktober
Schlafplätze: Lager 33/Zimmer 6
Winterraum: Nein
sonstige Informationen: Umweltgütesiegel, Dusche, Warmwasser, Strom, Hunde geduldet, Mobilfunknetz, schöne Sonnenterrasse, hervorragendes Essen
Karte: AV-Karte Nr. 14, ÖK 50 3217 UTM
Kontakt: +43/664/9166303, Homepage

Die Theodor-Körner-Hütte möchte ich als erste hier vorstellen, denn in dieser Hütte hab ich mich wohl und gut aufgehoben gefühlt, wie schon lange in keiner anderen mehr. Die Wirtsleute sind nicht um Auskünfte verlegen. Ganz im Gegenteil: Die kleine und liebevoll eingerichtete Hütte liegt etwas Abseits der touristisch überlaufenen Regionen Dachstein und Salzkammergut – am Ende des Lammertals hoch über Annaberg, wo die Hüttenterrasse zum herrlichen Rundblick auf Tennengebirge, Hochkönig und Großglockner einlädt. Dahinter ragt die weithin bekannte und berühmte Silhouette der Bischofsmütze empor. Die Sanitärräume sind neu und werden täglich geputzt. Der Gastraum ist gemütlich und scheint ebenfalls neu zu sein und wer im sauberen Lager eine Nacht verbringt, wird sich selbst über den Komfort dieser Hütte ein Bild machen können. Der Wirt ist staatlich geprüfter Berg- und Schiführer und jederzeit für eine Tour zu buchen. Neben Donnerkogel, 2054 m, Angerstein, 2100 m und Mandlkogel 2279 m (um nur einige Gipfel zu nennen) bietet das Wandergebiet Gosaukamm auch genügend Entfaltungsmöglichkeiten für ambitionierte Bergsteiger und Kletterer. Die Umrundung des Gosaukamms und die Verbindung zur Dachsteinrunde über die Adamekhütte sind die Highlights der Salzburger Dolomiten. Ein vergessenes Stück Berglandschaft wartet darauf wieder entdeckt zu werden. Den Tag auf der Theodor-Körner-Hütte ausklingen zu lassen bei ausgezeichneter Küche und der einmaligen Kulisse war heuer eines meiner schönsten Bergerlebnisse. Vielen Dank den Wirtsleuten Dorli und Blas!

Anreise:
Mit den ÖBB zum Bahnhof Golling oder Eben/Pongau. Von dort mit dem Bus nach Annaberg im Lammertal.

Hüttenzustieg:
Annaberg – Parkplatz Pommerbauer – 1 1/4 Std.

Hüttenverbindungen:
Gablonzer Hütte, 1522 m
Hofpürglhütte, 1705 m

Gipfel:
Mandlkogel, 2279 m
Angerstein, 2100 m
Donnerkogel, 2054 m
Donnerkogel – Westwand, 2054 m

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GPS-Wegpunkt (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”)