Archiv für die 'Alpinismus' Kategorie

Dhaulagiri Erstbesteigung

Kurt Diemberger hat als einziger Mensch neben Hermann Buhl zwei Achttausender erstbestiegen. Mit der erfolgreichen Erstbesteigung des Broad Peak im Alpinstil haben die vier österreichischen Alpinisten Diemberger, Buhl, Wintersteller und Schmuck neue Maßstäbe im Höhenbergsteigen gesetzt.

Knapp drei Jahre später, am 13. Mai 1960, gelang es Diemberger als Mitglied einer Schweizer Expedition den Dhaulagiri erstmals zu bezwingen.

Der Standard hat dazu am 10. Mai ein interessantes Interview veröffentlicht, das online hier abrufbar ist.

Sherpas – Die wahren Helden am Everest

Die im Schweizer Fernsehen (SF) ausgestrahlte und von Otto C. Honegger und Frank Senn, in Zusammenarbeit mit Hari Thapa, produzierte 3teilige Serie aus dem “DOK”-Format hat nicht nur große Aufmerksamkeit in Bergsteigerkreisen auf sich gezogen.

Im Mittelpunkt dieser ganz besonderen Dokumentation sind nicht – wie üblich – Europäer, Amerikaner oder Asiaten, die mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche versuchen den höchsten Punkt der Erde zu erreichen, sondern die im Khumbu Himal angesiedelten Lastenträger, die sogenannten Sherpas. Ohne diese Lastenträger wäre es für westliche Bergsteiger meist undenkbar die fürchterlichen Strapazen welcher dieser Berg und diese Höhe abverlangt, zu bewältigen. Aber auch für die Sherpas ist die Besteigung des Everest kein Spaziergang. Diese knochenharte Arbeit ist auf der Welt wohl einzigartig, gerade deswegen, weil viele teils Untrainierte auf diesem Gipfel stehen wollen, jedoch nicht über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Doch dass auch hier ein guter Sherpa nur bedingt helfen kann, wird auf tragische Weise in dieser packenden Dokumentation sichtbar.

Die Spieldauer aller drei Folgen beträgt 150 Min. Die Filme sind auf Youtube abrufbar und der Hochtourist bringt sie hier auf einer Seite zusammen. Viel Vergnügen.

Die alle 3 Folgen umfassende DVD ist im Shop des Schweizer Fernsehens oder im guten Fachbuchhandel erhältlich.

Das Buch zum Film ist im AS Verlag erschienen.

Feel the Himalaya

feel-the-himalaya !WEGEN DEMONSTRATIONEN AM VERANSTALTUNGSORT ABGESAGT! Am Samstag, den 8. November 2009 laden die Nepahlhilfe Beilngries, der OeAV Wien und Hauser Exkursionen zu einem besonderen Event ins alte AKH Wien ein. Der Name ist Programm. Folkloredarbietungen und kulinarische Spezialitäten aus den Ländern am höchsten Gebirge der Welt runden das hochkarätige Vortragsangebot von Peter Habeler, Hans Goger, Hans Thurner und Roland Maruna – um nur einige zu nennen – ab.
Zusätzlich können Sie die Gelegenheit nutzen und sich bei den verschiedenen Ausstellern unterschiedlichster Sparten zu informieren.
Der gesamte Erlös kommt der Nepalhilfe zu Gute.
Weitere Informationen zur Veranstalung finden Sie bei der Nepahlhilfe Beilngries oder hier als pdf.

Elbrus / Stein Verlag

ElbrusSteinVerlag

Europa. Wo beginnt der Kontinent und wo endet er? Auch gegenwärtig eine der heftigsten Debatten innerhalb und außerhalb der Europäischen Union die Historiker gleichermaßen wie Politiker und Geologen sowie Geografen und die Religionsgemeinschaften interessieren. Wo würde man die “Grenze” ziehen. Vermutlich jeder wo anders. Wo genau liegt dann eigentlich der 5.642 m hohe Elbrus im russischen Kaukasus?

Mit dieser Frage beschäftigt sich auch Jens Jäger in dem im Oktober 2008 erschienen Buch zum besagten Berg. Der Band 244 der renommierten Reihe im Conrad Stein Verlag ist somit seit Jahren wieder das erste literarische Werk über den doppelgipfeligen Vulkankegel. Die Konzeption eines eigenen europäischen Kontinents, abgesondert von Eurasien,  setzte sich im historischen Diskurs zwar durch. Wo aber genau Europa endet und Asien beginnt konnte nicht geklärt werden, denn das ist, wie Eingangs bereits angeschnitten, je nach Standpunkt und Blickwinkel unterschiedlich.

Unter Bergsteigern besitzt die wissenschaftliche Argumentation keine Relevanz, so Jäger. Vom Elbrus als höchsten europäischen Berg zu sprechen hat sich in den 80er Jahren durchgesetzt und somit wurde ohne größerer Intention eine eigene Konstruktion von “Europa” formuliert. Maßgeblich dafür verantwortlich ist der US-Amerikaner Frank Wells, der den Begriff der “Seven Summits” erfand. Davor sprach man noch von den fünf höchsten Bergen auf den fünf Kontinenten: Kilimandscharo, Mount McKinley, Aconcagua, Mount Everest und Mont Blanc. Dick Bass bestieg zwischen 1983 und 1985 gemeinsam mit Frank Wells (der am Everest scheiterte) als Erster die besagten Gipfel der fünf Kontinente und erweiterte die Liste um Mount Vinson (für die Antarktis) und um Mount Kosciusko (für Australien). Für aufmerksame Beobachter stellt sich die Frage, wo der Elbrus hier mitspielt? Wells und Bass bestiegen den Elbrus in englischer Tradition anstatt des Mont Blancs. 1874 wurde der Westgipfel des Elbrus durch eine britische Expedition “erobert” und seitdem wird er in anglo-amerikanischen Bergsteigerkreisen als höchster Punkt des Kontinents gesehen. Weiters zählt heute die bergsteigerisch viel interessantere Carstenz-Pyramide in Indonesion als höchster Berg Australiens/Ozeaniens und wird im Zuge der Seven Summits bestiegen.

Durch die Buchveröffentlich von Wells und Bass zusammen mit Ridgeway entwickelte sich der Begriff der “Seven Summits” rasch zum Schlagwort und wurde ständig neu aufgegriffen. Was damals als bergsteigerische Leistung zählen konnte, wird heute als Pauschalreise auf diese Gipfel veranstaltet. Außergewöhlich positives Beispiel der Seven Summits-Besteigung ist der Admonter Christian Stangl, der sich selbst als Skyrunner bezeichnet und an fünf der sieben Gipfel den Weltrekord hält. Das ist aber eine andere Geschichte.

Jens Jäger schließt die Einführung mit einem Rat ab: Bergsteiger, die sicher gehen wollen auf dem höchsten Berg Europas gestanden zu haben, wird nichts anderes übrig bleiben als Mont Blanc und Elbrus gemeinsam zu besteigen. Für die individuelle Besteigung des Elbrus hat Jäger ein detailgenaues Buch mit sattem Informationsteil vorgelegt. Die für Besteigungen übliche Südroute wird ebenfalls beschrieben. Leider wurden keine anderen Aufstiegsmöglichkeiten in das Buch aufgenommen, denn das Elbrusmassiv bietet weit mehr als die über Seilbahnen und Lifte verlaufende Standardroute auf den Westgipfel. Ich freue mich auf die zweite, und hoffentlich erweiterte, Auflage.

Outdoor Handbuch Band 224 “Russland: Elbrus” von Jens Jäger ist 2008 im Conrad Stein Verlag (Welver) erschienen und im Buchhandel erhältlich: € 9,90 [D] / € 10,20 [A]. ISBN: 978-3-8668-6244-9, 124 Seiten, 1. Aufl. 2008

Piolets d’Or 2009

Piolet

Der, 1991 vom “Montagnes Magazine” und von der “Groupe de Haute Montagne” (GHM) eingeführte und heuer in Zusammenarbeit mit “Vertical” vergebene, Piolet d’Or (franz. für “goldener Eispickel”) ist die vielbeachtetste Auszeichnung für alpinistische Leistungen. Heuer wird dieser salopp genannte “Alpin-Oscar” bereits zum 17ten Mal am Fuße des Mont Blancs in Cormayeur und Chamonix vergeben. Letztes Jahr wurde erstmals in seiner Geschichte kein goldener Pickel vergeben, vor allem nachdem die internationale Kritik an den Vergaberichtlinien und an der Jury immer größer wurde. Allen voran hat der Preisträger von 2006Steve House – den Preis und die teils umstrittene Vergabe an vormalige Preisträger öffentlich in Frage gestellt. Ein neues Reglement konnte eingeführt werden, wo unter anderem festgelegt wurde, dass vor allem der Stil im Vordergrund stehen muss und nicht nur das alleinige Gelingen des Unternehmens. Der, aufgrund der medialen Beachtung, für Bergsteiger äußerst wichtige Preis wird somit Ende April wieder vergeben.

Nominiert sind:

Nach den Satzungen wurde heuer folgende Jury zusammengestellt:

  • Doug Scott (Großbrittanien) – Präsident der Jury – Alpinist
  • Jim Donini  (USA) – Alpinist
  • Peter Habeler (Österreich) – Alpinist
  • Dodo Kopold (Slowakei) – Alpinist
  • Yong ImDuck (Korea) – Journalist
  • Dario Rodriguez (Spanien) – Journalist