Das Azau-Tal und die Stadt Elbrus am Fuße des gleichnamigen Vulkankegels
Wie bereits vor einigen Monaten berichtet, fanden heuer erneut die Global Youth Summits statt. Die Jugendkommission der Union Internationale des Associations d’Alpinisme, kurz UIAA, ist Triebfeder der jährlich stattfindenden Veranstaltungen. Die Mitglieder der internationalen Vereinigung – die nationalen Verbände – richten diese meist aus. Die Intention dahinter: das Bergsteigen mit Kindern und jungen Menschen zu fördern und so die gesellschaftliche Verantwortung dafür zu stärken.
Seit 10 Jahren bereits wird der UIAA YC & UMF Global Youth Summit im russischen Kaukasus durchgeführt. Allerdings besitzt der 78-jährige Expeditionsleiter und Organisator Alexander Zaidler keinen russischen Pass, sondern stammt aus dem ukrainischen Dnjepropetrowsk, denn Veranstalter ist jedes Jahr die Ukrainian Mountaineering Federation (UMF).
Details zu den Summits findet man auf der UIAA-Seite. Ich möchte nun die Akklimatisationstour auf den Andyrchi vorstellen. Der Hauptkette nach Norden vorgeschoben, zwischen Adylsu- und Adyrsu-Tal liegt die relativ kleine Adylsu-Kette. Am deren äußersten Ausläufern, in unmittelbarer Nachbarschaft des höchsten Gipfels der Kette (Kurmychi, 4058 m), ist unser Ziel gelegen. “Andyrchi” gibt uns der ukrainische Bergführer zu verstehen. Er deutet auf einen relativ flachen Felsriegel, der im Norden noch den letzten Rest des Schneeumhangs trägt. Zwar wäre es schön gewesen auf über viertausend Meter zu stehen, doch beim Blick in die Karte stellt sich heraus, dass wir nicht weit davon entfernt sein werden. Technische Schwierigkeiten gibt es nicht, dafür protzt der Berg mit einer fantastischen Rundsicht in die Kaukasus-Hauptkette, und: mit dem kleinen Detail der zweithöchste Gipfel im kurzen Kamm zu sein.
Vom Camp “Ochag”, dass von der Straßenkreuzung “Shkhelda/Adylsu” nur mehr zu Fuß oder mit Geländefahrzeugen zu erreichen war, folgten wir einem sehr steilen, aber gut ausgetretenen Weg direkt hoch in die Südflanke. Durch eine Waldschneise erreichten wir über üppige Steilwiesen eine kleines karges Plateau am Beginn des kurzen Südsporns. Dort schlugen wir das Zeltlager auf. Wasser entnahmen wir einer kleinen Quellen am Ende der langen Schneezunge.
Der weitere Aufstieg begann am nächsten Morgen über den besagten Sporn. Über Schutt und Sand erreichten wir den sogenannten VCSP-Sattel auf 3310 m. Rechts führt der Weg steil auf den Gipfel des Kurmychi, wir aber folgten dem linken Anstieg direkt am Grat oder etwas rechts am Firn bis zur flachen Gipfelkuppe. Einige von uns statteten noch dem nördlich vorgelagerten Gipfel einen Besuch ab. Die namenlose Spitze empfing uns mit leichter Kletterei.
Der Abstieg erfolgte auf der Anstiegsroute zurück zum Zeltlager. Drei Zeltgemeinschaften entschlossen sich eine weitere Nacht auf der Höhe von ca. 3200 m zu übernachten und trotzten einer kalten Nacht voll Hagel und Schneefall. Der Ausrüstungstest war erfolgreich abgeschlossen und bereits am nächsten Tag besserte sich das Wetter rasch. Wir konnten in aller Ruhe die Ausrüstung trocknen und uns dann optimal für die Fahrt zum Elbrus vorbereiten.
GPS-Track (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”.
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