
Blick vom betroffenen Wiesbachhorn hinunter zum Stausee Mooserboden
Anlass ist ein Artikel im heutigen Standard. Die ersten touristischen Begehungen am Beginn des Alpinismus unternahm man stets mit Ortskundigen. So war es damals üblich nur mit Bergführer in die eisigen und unwirtlichen Berge aufzusteigen. Was man dann zu Anfang des 20. Jahrhunderts die wilden “Führerlosen” nannte und was in den fünfziger Jahren weiter in Personen wie z.B. Hermann Buhl Ausdruck fand ist heute nahezu alltäglich. Bergführerpartien sind ein seltenes Bild geworden, sogar im Hochgebirge - so gehen heute nicht nur erfahrene und ausdauernde Menschen auf die hohen Berge, sondern auch untrainierte Urlauber, die nicht über die nötige Selbsteinschätzung verfügen.
Diese Tatsache spitzt sich noch weiter zu, wenn man bedenkt, dass Skipisten und Seilbahnen zu den großen Errungenschaften in den Alpen zählen und, wie bereits Reinhold Messner in seiner dreiteiligen Dokumentation “Messners Alpen” gesagt hat, als “Sportgeräte” zu bezeichnen seien.
In diesem Spannungsverhältnis von mehr (untrainierten) Bergsteigern - also Nutzer – und vom Wegenetz als alpine Infrastruktur, stellt sich nun die Frage, ob der moderne (Wellness-) Bergsteiger noch genügend Selbstverantwortung mit sich trägt?
Leider werden im Selbstverständnis der Fitnessgeneration die Berge als Trainingsgebiet und die alpinen Weganlagen gerne als Sportgeräte angesehen. Wo bleibt die eigene Verantwortung, wenn man bergsteigen geht? Momentan ist eine Diskussion im Gange, die hohe Wellen schlägt.
Wer soll zukünftig die Wege betreuen, wenn man für Unfälle (un)geübter Bergsteiger haftbar gemacht werden kann? Bei schwindenden Mitgliederzahlen entziehen sich Alpenverein, Naturfreunde & Co. vermehrt Ihrer Aufgabe als Wegeerhalter. Soll dies in Zukunft die Aufgabe einzelner Gemeinden werden? Soll dann der Bürgermeister für Unfälle haften, wie in Unterach am Attersee? Wo bleibt die Selbstverantwortung für Bergsteiger? Um das neuliberale Bürokratentum zu befriedigen wäre ich für einen Bergführerschein – wie wärs mit European Mountaineering Driving License. Euer Hochtourist.
Mehr dazu im heutigen Standard unter dem Titel “Haftungsfragen machen alpine Wege unsicher” und betreffend dem Urteil von Unterach in der Kleinen Zeitung unter dem Titel “Es soll nicht werden wie in Amerika”. Die Salzburger Nachrichten titelten: “Das kann sich niemand leisten” .






























Schuldige finden zu müssen, obwohl es vielleicht gar keine gibt, war und ist ein Problem unserer verkehrten Gesellschaft!
Eher bedenklich finde ich das die Menschen nicht mehr zur Selbsteinschätzung fähig sind und auch immer weniger dazu, die Verantwortung für ihr eigenes handeln zu übernehmen und damit andere Leute, wie Retter, Bergführer und andere alpin Touristen, in Gefahr bringen.
Dieses Problem wird nun auch auf die Berge getragen, wo sie absolut nichts verloren haben.
Der Trend immer irgendwen Schuld geben zu müssen, außer sich selbst, ist ein trauriger Zeitgeist. Wenige scheinen für ihre eigenen Taten und Fehler Verantwortung übernehmen zu können…
Wenn ich mich Selber in diese Situation bringe, sollte ich auch Eigenverantwortlich handeln…
traurige Entwicklung… Martin
Wieder mal eine eine bedenkliche Entwicklung im Bürokratentum, wo am falschen Ende gewerkt wird. Da gibts sicher noch ein Statement von mir.
Greetz, Stefan