
Rast am Gr. Donnerkogel. Dahinter das Dachsteinmassiv.
Ein namhafter Gipfel im Gosaukamm ist der Donnerkogel - wie er kurz genannt wird - allemal; Aufgrund der Aussicht, aber auch aufgrund seiner relativ leichten Erreichbarkeit im meist schwer zugänglichen Kamm. Zur Berühmtheit des massigen Kalkriegels hat auch die Errichtung des umstrittenen Klettersteiges über den von Paul Preuß erstbestiegenen Nordwestgrates beigetragen. An diesem Tag wurde allerdings der “Alte Weg” an der Westwand begangen.
6 Std. – 1120 Hm
Talort: Gosau, 780 m
Anreise: Vom Hallstätter See in Oberösterreich oder vom Lammertal im salzburger Tennengau über die B 166 nach Gosau. Im Ortszentrum der Straße zu den Gosauseen in südlicher Richtung bis zu den Parkplätzen bei der Talstation der Gosauer Kammbahn folgen. Öffentlich erreicht man den Ort bzw. den Vorderen Gosausee mit dem Bus. Fahrplanauskunft hier.
Ausgangspunkt: Vorderer Gosausee, 937 m
Anforderungen: Wanderweg auf die Zwieselalm und ab dem Sattel am Törleck alpiner Steig auf den Gr. Donnerkogel (Trittsicherheit). Kletterschwierigkeiten siehe unten. Der Abstieg ist teilweise seilversichert und erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit (UIAA I).
Kletterroute: Westwand – “Alter Weg” – Wandhöhe 200 Hm – 5 Seillängern, Eine Stelle IV, sonst meist III und Schrofengelände. Die Route ist 2008 saniert worden. Haken wurden an den neuralgischen Punkten angebracht. Die Felsqualität ist zwar nicht in der Topliga der Kalkklettereien, aber bei gewisser Vorsicht gefahrlos zu begehen.
Gehzeiten: Vorderer Gosausee – Gablonzer Hütte 1 1/2 Std. – Einstieg 1 Std. – Gr. Donnerkogel 2 Std. – Theodor-Körner-Hütte 1 1/2 Std.
Stützpunkte: Theodor-Körner-Hütte, 1458 m; Stuhlalm, 1467 m; Gablonzer Hütte, 1522 m.
Karten: ÖK 50 3217 UTM, AV Karte Bl. 14 |
Vom Vorderen Gosausee zweigt am nordwestlichsten Uferpunkt ein gemäßigt steiler Weg ab (Nr. 620), der uns bis zur Gablonzerhütte führt. Wer sich den Aufstieg ersparen will kann sich auch mit der Seilbahn bis auf die Almböden der Zwieselalm bringen lassen.
Den schönen Ausblick ins Gosautal verlieren wir zwar beim kleinen Sattel am Törleck (Einstieg Intersport Klettersteig), aber 5 Minuten nach dem Grenzübertritt ins Bundesland Salzburg folgen wir dem Normalweg zum Großen Donnerkogel (Nr. 628), welcher über die Westflanke zieht. Erreicht man die erste Stufe, sieht man oberhalb des Weges bereits die Westwand. Im mittleren Wandteil, links neben eines plattigen und etwas geneigten Wandabschnittes verläuft der “Alte Weg” auf einem Pfeiler. Über den bewachsenen Schuttsaum geradewegs zum Einstieg (Markierung). Den Haken und dem gratähnlichen Pfeiler stets folgend zum Ausstieg und über Schrofen zum nahen Gipfelkreuz.
Vom Gipfel südlich bergab und bei der Abzweigung (Einmündung Normalweg) gerade weiter bis der Weg (Nr. 631) nach links steil in eine Scharte führt (Stahlseile, UIAA I), dann unschwierig auf den Steinriesenkogel. Von dort über einen scharfen und ausgesetzten Grat erneut in eine Scharte bergab (Stahlseile). Über die Westflanke und einen gesicherten Aufstieg erreicht man eine weitere Scharte, wo man nach links in wenigen Minuten unschwierig dem Strichkogel einen Besuch abstatten kann (10 Min.).
Der weitere Abstieg erfolgt über das große westseitig ausgerichtete Kar hinab auf die grünen Wiesen der Stuhlalm (Bei Sonnenuntergang ein wahrhaftiges Erlebnis).


GPS-Track (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”.

Russland. Georgien. Zwei ehemalige Bruderstaaten in der kommunistischen Sowjetunion stehen sich militärisch und politisch an einer überaus reizvollen Gebirgskette gegenüber. Die Rede ist vom Kaukasus, der – möge man geographisch, politisch, oder anderwertig darüber streiten – Europa von Asien trennt; so die durchgesetzte Anschauung unter BergsteigerInnen. Zumindest für “Seven Summiters”.
Was in Österreich oder in den Alpen generell unvorstellbar wäre, nicht nur dieser unglaublich hohe Vulkanberg sondern auch die Art und Weise des Touristentransportes, ist, in Stereotypen gedacht, russisch von hinten bis vorn. Es funktioniert zwar nicht immer alles einwandfrei, aber die rostigen Ungetümer dienten bereits zu Sowjetzeiten und werden dies vermutlich auch noch lange tun. Dort wo die höchste Station der Seilbahn/Sessellift-Kette steht, erfreuen die hässlich berühmten “Barrel Huts” das sonnenempfindliche Auge und wer nicht in den “komfortablen” und alten Ölfässern nächtigen will, der steige weiter bis zur “Prijut 11”. Habe ich steigen gesagt? Fahre mit dem Ratrac (a.k.a. Pistenbully) dorthin. Auf die paar Rubel kommt es im Urlaub ja nicht an, oder?
Am nächsten Tag beginnen wir den Aufstieg mit einer nächtlichen Ratracfahrt zu den “Pastukhova-Rocks”, 4800m. Wahnsinn. Mont Blanc lässt grüßen. Wäre es nicht so steil würden die Ratracs vermutlich auch noch auf den Gipfel fahren um das Seven-Summit-Erlebnis für die dicke Brieftasche zu ermöglichen. Die Ski-doos machen es bereits vor und brausen an den FussgeherInnen vorbei, ihnen den Schnee ins Gesicht blasend. Nun frage ich mich kurz selbst im nächtlichen Ringen mit zu wenig Sauerstoff: Bin ich nun Radfahrer auf der Wiener Ringstraße, oder in knapp 5000m Höhe auf einem exponierten Punkt im russischen Kaukasus? Bevor die Antwort kommt bin ich wieder in die Aufstiegsroutine verfallen: Steigen, Atmen, Staunen…
Der Kaukasus ist mitnichten nur der Elbrus alleine. Es gibt dutzende und aberdutzende interessante Berggestalten im Blickfeld vom höchsten Punkt Europas, die wesentlich kühner und interessanter in den blauen Himmel ragen, als der berühmte Vulkankegel. Ein Detail fehlt – die Höhe. Ich wage hier zu behaupten, dass sogar Namen wie Ullu-Tau, Shkhelda oder zumindest Ushba – um nur einige zu nennen - in den Köpfen von AlpenbergsteigerInnen Platz haben. Und diesen meist unberührten Gipfeln einen Besuch abzustatten und wahre Bergluft einzuatmen ist das eigentliche Erlebnis im Kaukasus, dem sich jeder Besucher hingeben sollte, auch wenn er oder gerade weil er nur wegen einem einzigen Gipfel so weit gereist ist.
Die Sommer Nummer von bergundsteigen kommt noch winterlich frisch daher mit 3 Artikeln zu Wechtenbrüchen. Also eine Nachbesprechung bzw. Erweiterung der letzten Nummer nach dem Wechtenbruch und tödlichen Absturz auf der Tiroler Wildspitze (Verbindungsgrat zwischen Nord- und Südgipfel).
Für all diejenigen, die mit bergundsteigen noch keine Bekanntschaft gemacht haben eine kurze Erläuterung: Seit 1999 erscheint das Magazin vier mal jährlich und bildet so eine verlässliche Quelle hinsichtlich neuer Lehrmeinungen für alle staatlich geprüften Bergführer, Instruktoren, u.a. - Selbstdefinition: "Zeitschrift für Risikomanagement im Bergsport".
Inhaltlich sind spannende Artikel, vor allem in puncto Wechtenbruch, dabei. Ein erstes wissenschaftliches Exposée zum Thema Slackline und ein weiterer Test über die zweckmäßige Nutzung von Karabinern beim "slacken" sind ebenfalls mit dabei. Pit Schubert nimmt zum Thema Seilriss Stellung und die gewöhlichen Rubriken wie Buchvorstellungen und Kraut & Ruab’n runden das Magazin ab.
bergundsteigen kann hier bestellt werden. Das Abo kostet € 22,-/Jahr (Stand Juni 09).
Das Magazin für Mitglieder des Österreichischen Alpenvereins war vergangene Woche in den Briefkästen zu finden. Sofort stoße ich auf den Artikel über die schon länger geführte Diskussion über den richtigen Standplatzbau. Peter Plattner, seines Zeichens Chefredaktuer von bergundsteigen und Walter Würtl, Ausbildungleiter beim OeAV, haben die Erkenntnisse bzw. Lehrmeinungen aus bergundsteigen 1/09 aufbereitet und einem breiteren Publikum zur Verfügung gestellt. Wer also mehr über das Thema wissen möchte (Reihen- und Ausgleichsverankerung und deren Anwendung), widme sich dieser Ausgabe.
Klettersteige sind en vogue und das beweist der Artikel im Heft, ein Portät über junge "Kletterstars" bringt uns die Südtirolerin Angelika Rainer näher und ein medizinischer Bericht über Schulterverletzungen zeigt, worauf es ankommt beim Klettern. Der Lebensader Fluß und dem Naturraum Wald sind Artikel gewidmet und wer mit dem Zelt in österreichs Bergen unterwegs ist, dem eröffnet sich ein interessanter Artikel über die aktuelle Gesetzeslage in Österreich.
Mitglieder des OeAV erhalten "bergauf" kostenlos vier mal jährlich.
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