Monatliches Archiv für April, 2009

Meine Spur / Rupertus Verlag

MeineSpur

Schon 2006 im Rupertus Verlag erschienen, reiht sich “Meine Spur” an einem ganz besonderen Platz zwischen den gängigen Skitourenführern am Markt ein. Alleine die Tatsache, dass insgesamt elf Personen Tourenbeiträge und Fotos lieferten ist ein Unikum in der Führerlandschaft. Von leichten und mittelschweren Touren bis hin zu den toughen Karabfahrten ist für jedes skifahrerisches Können etwas dabei.

Auch der Erschließer des Hochkönigs und des Tennengebirges, Albert Precht, bringt in diesem gut und übersichtlich gestaltetem Führer seine Kenntnisse zu Papier. Von der Osterhorngruppe bis zu den Hohen Tauern und von den Loferer Steinbergen bis zu den Schladminger Tauern sind rund 130 Touren bestens dokumentiert und mit Kärtchen illustriert. Ein hervorragendes Handbuch für ein abwechslungsreiches und vor allem schönes Tourengebiet. Einzig negativer Aspekt: Eine Übersichtskarte der Touren würde die Orientierung für Ortsunkundige erleichtern.

“Meine Spur – Skitourenführer, Salzburg und angrenzende Gebiete”, herausgegeben von Christian Heugl ist 2006 im Rupertus Verlag (Salzburg) erschienen und ist im ausgewählten Fachhandel erhältlich: € 24,20 [A/D]. ISBN: 978-3-9023-1704-9, 348 Seiten. 1. Aufl. 2006

Piolets d’Or 2009 – Preisträger

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Am Sonntag Morgen standen die Preisträger des diesjährigen Piolets d’Or, des “goldenen Eispickels”, bereits fest. Am Fuße des Mont Blanc in Cormayeur und Chamonix ging das 17te Festival zur Vergabe des wohl wichtigsten Preises für alpinistische Leistungen über die Bühne. Den Eispickel müssen sich heuer drei Expeditionen teilen, denn gewonnen haben zwei japanische und eine Schweizer Expedition: Neuer Wege durch die Nordseite des Kalanke (6931m, Indien) durch Umitaka Ichimura, Yusuke Sato, Kazuki Amano – Japan; Erstdurchsteigung der Südostseite des Kamet (7756m, Indien) durch Kazuya Hiraide und Kei Taniguchi – Japan; Erste Besteigung der Nordseite des Tengkampoche (6500m, Nepal) durch Ueli Steck und Simon Anthamatten – Schweiz

Der Piolets d’Or Carrière für sein Lebenswerk ging an den Italiener Walter Bonatti. Wir gratulieren.

Elbrus / Stein Verlag

ElbrusSteinVerlag

Europa. Wo beginnt der Kontinent und wo endet er? Auch gegenwärtig eine der heftigsten Debatten innerhalb und außerhalb der Europäischen Union die Historiker gleichermaßen wie Politiker und Geologen sowie Geografen und die Religionsgemeinschaften interessieren. Wo würde man die “Grenze” ziehen. Vermutlich jeder wo anders. Wo genau liegt dann eigentlich der 5.642 m hohe Elbrus im russischen Kaukasus?

Mit dieser Frage beschäftigt sich auch Jens Jäger in dem im Oktober 2008 erschienen Buch zum besagten Berg. Der Band 244 der renommierten Reihe im Conrad Stein Verlag ist somit seit Jahren wieder das erste literarische Werk über den doppelgipfeligen Vulkankegel. Die Konzeption eines eigenen europäischen Kontinents, abgesondert von Eurasien,  setzte sich im historischen Diskurs zwar durch. Wo aber genau Europa endet und Asien beginnt konnte nicht geklärt werden, denn das ist, wie Eingangs bereits angeschnitten, je nach Standpunkt und Blickwinkel unterschiedlich.

Unter Bergsteigern besitzt die wissenschaftliche Argumentation keine Relevanz, so Jäger. Vom Elbrus als höchsten europäischen Berg zu sprechen hat sich in den 80er Jahren durchgesetzt und somit wurde ohne größerer Intention eine eigene Konstruktion von “Europa” formuliert. Maßgeblich dafür verantwortlich ist der US-Amerikaner Frank Wells, der den Begriff der “Seven Summits” erfand. Davor sprach man noch von den fünf höchsten Bergen auf den fünf Kontinenten: Kilimandscharo, Mount McKinley, Aconcagua, Mount Everest und Mont Blanc. Dick Bass bestieg zwischen 1983 und 1985 gemeinsam mit Frank Wells (der am Everest scheiterte) als Erster die besagten Gipfel der fünf Kontinente und erweiterte die Liste um Mount Vinson (für die Antarktis) und um Mount Kosciusko (für Australien). Für aufmerksame Beobachter stellt sich die Frage, wo der Elbrus hier mitspielt? Wells und Bass bestiegen den Elbrus in englischer Tradition anstatt des Mont Blancs. 1874 wurde der Westgipfel des Elbrus durch eine britische Expedition “erobert” und seitdem wird er in anglo-amerikanischen Bergsteigerkreisen als höchster Punkt des Kontinents gesehen. Weiters zählt heute die bergsteigerisch viel interessantere Carstenz-Pyramide in Indonesion als höchster Berg Australiens/Ozeaniens und wird im Zuge der Seven Summits bestiegen.

Durch die Buchveröffentlich von Wells und Bass zusammen mit Ridgeway entwickelte sich der Begriff der “Seven Summits” rasch zum Schlagwort und wurde ständig neu aufgegriffen. Was damals als bergsteigerische Leistung zählen konnte, wird heute als Pauschalreise auf diese Gipfel veranstaltet. Außergewöhlich positives Beispiel der Seven Summits-Besteigung ist der Admonter Christian Stangl, der sich selbst als Skyrunner bezeichnet und an fünf der sieben Gipfel den Weltrekord hält. Das ist aber eine andere Geschichte.

Jens Jäger schließt die Einführung mit einem Rat ab: Bergsteiger, die sicher gehen wollen auf dem höchsten Berg Europas gestanden zu haben, wird nichts anderes übrig bleiben als Mont Blanc und Elbrus gemeinsam zu besteigen. Für die individuelle Besteigung des Elbrus hat Jäger ein detailgenaues Buch mit sattem Informationsteil vorgelegt. Die für Besteigungen übliche Südroute wird ebenfalls beschrieben. Leider wurden keine anderen Aufstiegsmöglichkeiten in das Buch aufgenommen, denn das Elbrusmassiv bietet weit mehr als die über Seilbahnen und Lifte verlaufende Standardroute auf den Westgipfel. Ich freue mich auf die zweite, und hoffentlich erweiterte, Auflage.

Outdoor Handbuch Band 224 “Russland: Elbrus” von Jens Jäger ist 2008 im Conrad Stein Verlag (Welver) erschienen und im Buchhandel erhältlich: € 9,90 [D] / € 10,20 [A]. ISBN: 978-3-8668-6244-9, 124 Seiten, 1. Aufl. 2008

UIAA Global Youth Summit 2009

uiaa-youth-summitDie UIAA (Union Internationale des Associations d’Alpinisme) veranstaltet jährlich verschiedene Global Youth Summits, wo Jugendliche aus aller Welt daran teilnehmen können. In Gemeinschaft sollen bergbegeisterte junge Menschen tolle Bergabenteuer erleben und die verschiedenen Veranstaltungen auf Dauer die verschiedensten Nationalitäten verbinden. Auch an den Angeboten und den verstreuten Austragungsorten kann man die Buntheit der Idee des Global Youth Summits ablesen. Von den Rumänischen Karparten bis zu den Südafrinkanischen Drakensbergen, von Trekkingwochen in Abruzzen bis hin zur Besteigung des Elbrus ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Die Teilnahme am “Global Youth Summit to Mt. Elbrus” war die Idee einer Freundin. Ich war voller Begeisterung und somit hat sich schnelle eine vierköpfige Gruppe gefunden. Die Teilnahme wurde bereits bestätigt und der Flug gebucht. Die letzten organisatorischen Dinge werden momentan von uns allen erledigt und dann kann es losgehen. Weitere Berichte über die Elbrusbesteigung folgen auf www.hochtourist.at

Hocharn, 3254 m

Hoher-Sonnblick
Hoher Sonnblick und Goldzechkopf vom Hocharnkees

Die prominenten Gipfel der Goldberggruppe am Talschluss des Rauriser Tals sind im Winter wunderbare Skitourenziele. Die Besteigung des Hocharn – höchster Punkt der Gruppe – lässt sich ausgezeichnet mit einer Tour zum Hohen Sonnblick kombinieren.

4 - 5 Std. - 1650 Hm

Talort: Rauris, 949 m
Anreise: Von St. Johann/Pongau bzw. Bischofshofen od. von Zell/See über die B 311 nach Taxenbach. Von dort bis nach Rauris und weiter zum Talschluss nach Kolm Saigurn (Mautstraße). Mit den ÖBB nach Taxenbach und von dort mit dem Postbus nach Kolm Saigurn.
Ausgangspunkt: Naturfreunde-Haus Kolm Saigurn, 1598 m
Anforderungen: Skihochtour für ausdauernde und erfahrene Skitourengeher. Bei ausreichender Schneelage ist am spaltenarmen Hocharnkees auf Gletscherausrüstung zu verzichten.
Gehzeiten: Kolm Saigurn – Hocharn 4-5 Std.
Stützpunkte: Naturfreunde-Haus Kolm Saigurn, 1598 m
Karten: ÖK 50 3227 UTM, AV-Karte Nr. 42

Vom Naturfreunde-Haus ca. 100 m talauswärts bis zu einer kleinen Brücke. Dort nach links über den Bach und in einem Bogen über die Lacheggklamm in Richtung Seilbahnstütze die erste Steilstufe überwindend aufsteigen. Unter der beeindruckenden Nordwand des Sonnblicks in Richtung Pilatuskees. Im flacheren Teil nach rechts und mehrere Felsstufen umgehend etwas steiler auf das Hocharnkees und von dort auf den Gipfel.

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Höhenprofil
GPS-Track (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”)

Alpine-Auskunft.at

Vom Zweig Innsbruck des Österreichischen Alpenvereins wird ein Tourenportal angeboten, dass durch Einträge von Tourengehern erweitert werden kann: alpine-auskunft.at. Nun, Tourenportale oder -foren gibt es wie Sand am Meer. Aber das Besondere an diesem Portal ist, dass speziell die Tourenbedingungen im Mittelpunkt stehen (Schnee, Gletscher, Weg,…). So wie es auch auf den Seiten der Lawinenwarndienste der Länder vereinzelt angeboten wird. Fotos oder GPS-Information kann natürlich jeder Tour hinzugefügt werden. Ein bereicherndes Instrument nicht nur für Skitouren, sondern auch für Planung von Hochtouren im Sommer.

NF-Haus Kolm Saigurn, 1598 m

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Naturfreunde-Haus Kolm Saigurn am Talschluss des Rauriser Tals

Alpiner Verein: Naturfreunde
Sektion: Landesorganisation Wien
Gebirgsgruppe: Goldberggruppe
Kategorie: Kategorie I
Bewirtschaftung: November und Dezember geschlossen
Schlafplätze: Zimmer und Lager auf Anfrage
Winterraum: Nein
sonstige Informationen: Anfahrt mit PKW möglich, Busstation vorm Haus, Zimmer mit Fließwasser, Duschen, Sauna
Karte: ÖK 50 3227 UTM, AV-Karte Nr. 42
ontakt: +43/6544/8103, sonnblickbasis@naturfreunde.at

Sonnblickbasis nennt Pächter Hermann Maislinger selbst das Naturfreunde-Haus in Kolm Saigurn. Sicherlich ist der Hohe Sonnblick in den Hohen Tauern wohl einer der bekanntesten und auch meist besuchten Aussichtsgipfel in den Ostalpen, wozu die markante Form und das Observatorium am Gipfel zur Berühmtheit beigetragen haben. Doch fernab vom Sonnblick-Tourismus kann man vom Talkessel auch andere, einsamere Gipfelziele bequem erreichen. Im Winter ist das Haus perfekter Stützpunkt für Skitourengeher. Familien können sich auf die Spuren des für Rauris berühmten Goldabbaus begeben und die nähere Umgebung auf dem Gletscherlehrpfad erkunden.

Die vorbildlich geführte Hütte erwartet hungrige Tourengeher mit regionalen Spezialitäten. In drei verschiedenen Kategorien – Zimmer mit Dusche, Zimmer mit Etagendusche und Lager – findet die Unterbringung statt, womit für jedes Budget etwas dabei ist. Die Zimmer sind sauber und besitzen angenehmerweise ein Waschbecken. Duschen sowie Sauna sind ebenfalls kostenlos benützbar. Ich verbrachte einen schönen und vor allem komfortablen Kurzurlaub in angenehmer Atmosphäre.

Anreise:
Mit den ÖBB zum Bahnhof Taxenbach. Von dort mit dem Postbus bis nach Kolm Saigurn. Mit dem Auto über die Mautstraße zum Parkplatz Lenzanger.

Hüttenzustieg:
Vom Parkplatz Lenzanger ca. 30 Min.

Hüttenverbindungen:
Schutzhaus Neubau, 2175 m
Niedersachsenhaus, 2472 m
Duisburger Hütte, 2572 m
Rojacher Hütte, 2718 m
Zittelhaus, 3106 m

Gipfel:
Hocharn, 3254 m
Schareck, 3123 m
Hoher Sonnblick, 3106 m
Silberpfennig, 2600 m

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GPS-Wegpunkt (Download mit rechter Maustaste “Ziel speichern unter…”)

Vortrag / Trekkingabenteuer Ladakh

vortrag-ladakhNationalpark Mitarbeiter Stefan Prüller hält im Nationalpark Besucherzentrum Ennstal einen Vortrag über die faszinierende Nordwest-Indische Region Ladakh. Stefan Prüller im Programm: “Mit dem Buddhismus als Grundlage hat sich in Ladakh, der nördlichsten Region Indiens im westlichen Himalaya, über 100 Jahre eine einzigartige Kultur entwickelt. Die ca. 150.000 Ladakhis sind ihr großteils treu geblieben und dokumentieren das traditionelle Leben am „Dach der Welt“ wahrscheinlich besser als im heutigen Tibet. Ladakh wurde erst 1974 für westliche Besucher geöffnet und liegt auch heute noch weit abseits des Massentourismus.”

Trekkingabenteuer Ladakh – Hohe Berge, faszinierende Kultur – 45 Tage im nördlichsten Indien von Stefan Prüller findet am Freitag, den 24. April 2009 um 20 Uhr im Nationalpark Besucherzentrum Ennstal statt. Eintritt: Freiwillige Spenden.

Anfahrtskizze – Nationalpark Kalkalpen

Anreise-Nationalpark-Kalkalpen

                                                                               © Gerald Radinger